Deutschlands Autoflotte zeigt deutliche Verschleißspuren. Immer mehr Fahrzeuge bestehen die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung nicht mehr auf Anhieb. Laut aktuellen Zahlen des TÜV-Verbands ist zuletzt mehr als jedes fünfte Auto wegen erheblicher oder sogar gefährlicher Mängel durchgefallen.
Die Quote der Fahrzeuge, die erneut zur Prüfung antreten mussten, stieg auf 21,5 Prozent – ein Höchstwert, der zuletzt im Jahr 2020 erreicht wurde. Die ausgewerteten Daten beziehen sich auf den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025.
Erhebliche Mängel: Reparaturpflicht in vier Wochen
Fahrzeuge, bei denen Prüfer erhebliche Mängel feststellen, erhalten zwar noch keine sofortige Stilllegung, müssen jedoch innerhalb von vier Wochen repariert und erneut vorgeführt werden. Typische Problemstellen sind:
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abgefahrene Bremsbeläge
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defekte Beleuchtung
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durchgerostete Bauteile
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beschädigte Auspuffanlagen
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Sicherheitsmängel an Achsen und Fahrwerk
Wird die Frist nicht eingehalten, drohen Bußgelder und im Extremfall die Stilllegung.
Gefährliche Mängel: Nur noch Fahrt zur Werkstatt erlaubt
Deutlich ernster wird es, wenn der TÜV gefährliche Mängel feststellt. In diesen Fällen ist das Weiterfahren gesetzlich untersagt – es ist ausschließlich die direkte Fahrt in die Werkstatt erlaubt.
Solche Mängel betreffen sicherheitsrelevante Systeme wie:
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Bremsanlage
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Lenkung
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tragende Strukturen
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sicherheitskritische Elektroniksysteme
Ein Weiterbetrieb wäre ein unmittelbares Risiko für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.
Warum die Durchfallquote steigt
Der TÜV-Verband sieht mehrere Gründe für die steigenden Zahlen:
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Älter werdende Fahrzeugflotte: Autos bleiben länger im Einsatz, oft aus Kostengründen.
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Zurückhaltende Wartung: Viele Besitzer schieben Reparaturen hinaus, da Werkstattpreise steigen.
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Elektronik und Komplexität: Moderne Fahrzeuge mit Assistenzsystemen bieten mehr potenzielle Fehlerquellen.
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Belastung der Fahrzeuge: Mehr Kurzstrecken, weniger regelmäßige Wartung, gestiegene Nutzung.
Sicherheitsrelevante Tendenz
Der steigende Anteil mangelhafter Fahrzeuge ist nicht nur eine technische Statistik, sondern auch ein Problem für die Verkehrssicherheit. Besonders gefährliche Mängel wie defekte Bremsen oder Probleme an der Lenkung können zu schweren Unfällen führen.
Der TÜV-Verband appelliert daher an Fahrzeughalter, regelmäßige Wartungen nicht aufzuschieben: „Wer heute spart, zahlt morgen doppelt – im schlimmsten Fall mit der eigenen Sicherheit.“