Ein illegales Rap-Video hat in Frankreich dramatische Folgen gehabt: In der Stadt Rillieux-la-Pape nordöstlich von Lyon geriet am Freitagabend ein mehrstöckiger Wohnblock in Brand, nachdem bei den Dreharbeiten Feuerwerkskörper gezündet worden waren. Der Brand breitete sich rasch aus und zerstörte mindestens fünf Wohnungen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Fassade des Gebäudes wurde über mehrere Etagen hinweg schwer beschädigt.
Böller als Brandursache
Nach Angaben der Feuerwehr wurde das Feuer durch einen Böller ausgelöst, der während der Dreharbeiten auf einem Balkon des Hauses landete und dort ein Feuer entfachte. Innerhalb weniger Minuten griffen die Flammen auf mehrere Stockwerke über. Rund 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Mehrere Dutzend Bewohnerinnen und Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Ihre Wohnungen gelten als unbewohnbar. Die Stadtverwaltung richtete vorübergehend Notunterkünfte in einer Turnhalle ein, um die Betroffenen aufzunehmen.
Eskalation vor Ort
Die Situation eskalierte, als die Polizei am Ort des Geschehens eintraf. Ein Streifenwagen sei mit Feuerwerkskörpern beworfen worden, teilte die Präfektur mit. Auch die Feuerwehr wurde während der Löscharbeiten attackiert. Medienberichten zufolge hatten mehrere Männer in schwarz-weißen Overalls in dem Wohnviertel ohne Genehmigung ein Musikvideo gedreht und dabei gezielt Pyrotechnik eingesetzt, um spektakuläre Szenen zu filmen.
Ermittlungen eingeleitet
Die Staatsanwaltschaft von Lyon hat eine Untersuchung eingeleitet. Im Raum stehen Vorwürfe der fahrlässigen Brandstiftung, Gefährdung von Menschenleben und Widerstand gegen Einsatzkräfte. Über mögliche Festnahmen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Polizeipräsenz in Rillieux-la-Pape wurde in der Nacht deutlich verstärkt, um weitere Zwischenfälle zu verhindern.
Große Betroffenheit in der Gemeinde
Der Bürgermeister von Rillieux-la-Pape, Alexandre Vincendet, sprach von einem „völlig verantwortungslosen Verhalten“, das „Menschenleben hätte kosten können“. Er forderte strengere Kontrollen gegen illegale Dreharbeiten und warnte vor der zunehmenden Tendenz, gefährliche Aktionen für soziale Medien zu inszenieren:
„Das ist keine Kunst, das ist Rücksichtslosigkeit. Solche Handlungen bringen ganze Familien in Lebensgefahr.“
Wiederaufbau und Hilfe für Betroffene
Die Stadtverwaltung kündigte an, gemeinsam mit Hilfsorganisationen und Versicherungen schnelle Unterstützung für die betroffenen Familien zu organisieren. Sachverständige sollen heute mit der Begutachtung der Gebäudeschäden beginnen.
Das Unglück wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Zahl illegaler Videodrehs in französischen Städten, bei denen Pyrotechnik, Feuer oder Waffen-Attrappen eingesetzt werden – oft ohne jede Sicherheitsvorkehrung. Der Brand von Rillieux-la-Pape zeigt auf tragische Weise, wie gefährlich solche Aktionen enden können.