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US-Shutdown trifft auch Deutschland: Soldaten sollen zur Tafel gehen

Military_Material (CC0), Pixabay

Der längste Haushaltsstreit in der Geschichte der Vereinigten Staaten zeigt inzwischen drastische Auswirkungen – auch für US-Soldaten, die in Deutschland stationiert sind. Aufgrund des seit dem 1. Oktober andauernden Shutdowns bangen rund 37.000 amerikanische Soldaten an den Standorten Grafenwöhr, Vilseck, Hohenfels und Garmisch in Bayern um ihren Sold.

Weil der Kongress in Washington sich seit Wochen nicht auf einen neuen Haushalt einigen kann, bleiben zahlreiche Zahlungen blockiert. Jetzt traf die U.S. Army Garrison Bavaria eine ungewöhnliche und für viele beschämende Empfehlung: Auf ihrer offiziellen Website wies sie betroffene Soldaten auf Hilfsangebote deutscher Wohlfahrtsorganisationen hin – darunter auch die Tafel Deutschland, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt.

In dem inzwischen wieder gelöschten Beitrag empfahl die Armee ihren Soldatinnen und Soldaten, sich im Notfall an Tafeln, Foodsharing-Projekte oder die App „Too Good To Go“ zu wenden, um günstig oder kostenlos an Essen zu kommen. Das Nachrichtenportal Euronews machte die brisante Notfall-Liste publik – sie ist weiterhin über Internet-Archive einsehbar.

Der Hinweis sorgte in den USA und in Deutschland für massive Kritik. Beobachter sprechen von einem beispiellosen Vorgang in der jüngeren Militärgeschichte: Noch nie musste die US-Armee ihren in Europa stationierten Kräften empfehlen, soziale Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Finanzminister Scott Bessent warnte unterdessen im US-Sender CBS News, dass ab dem 15. November die Gehaltszahlungen an Soldaten eingestellt werden könnten. Noch bis Ende Oktober hätten die in Deutschland stationierten Truppen ihr Geld erhalten, doch für die kommenden Wochen sei unklar, ob und wann neue Mittel freigegeben werden.

Hintergrund des Stillstands: Republikaner und Demokraten ringen erbittert um den Bundeshaushalt. Rund 750.000 Staatsbedienstete befinden sich in den USA im Zwangsurlaub, viele arbeiten unbezahlt.

Auch die Luftfahrt leidet unter der Krise: Fluglotsen und Sicherheitskräfte müssen ohne Gehalt arbeiten, während die Behörden Flugkapazitäten kürzen.

Für zivile Angestellte des US-Militärs in Deutschland sprang vorerst die Bundesregierung ein und erklärte sich bereit, deren Löhne überbrückend zu übernehmen, bis der Haushaltsstreit in Washington beigelegt ist.

Doch für viele amerikanische Soldaten bleibt die Lage prekär – und das ausgerechnet fern der Heimat.

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