Die Stimmung im deutschen Handwerk bleibt gedrückt. Von einem wirtschaftlichen Aufschwung ist weiterhin nichts zu spüren. „Die Betriebe warten noch immer auf das Ende der konjunkturellen Tristesse“, erklärte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), bei der Vorstellung des neuen Konjunkturberichts.
Demnach bewerten viele Handwerksbetriebe ihre aktuelle Geschäftslage sogar etwas schlechter als im Vorjahr. Besonders betroffen seien bau- und ausbaunahe Gewerke, die unter den hohen Zinsen, steigenden Kosten und der schwachen Nachfrage am Immobilienmarkt leiden.
📉 Schwache Umsätze und schwindende Auftragsbestände
Laut ZDH-Bericht klagen zahlreiche Betriebe über sinkende Auftragsbestände, schwache Umsätze und eine anhaltend niedrige Investitionsbereitschaft. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, Projekte zu verschieben oder Personalmaßnahmen zu prüfen.
„In vielen Bereichen ist die Auslastung nicht mehr zufriedenstellend. Die Zurückhaltung bei privaten Bauherren und öffentlichen Auftraggebern wirkt sich deutlich aus“, sagte Schwannecke.
Besonders schwierig sei die Situation für Kleinstbetriebe, die kaum Rücklagen bilden konnten und stark von einzelnen Projekten abhängen.
🧾 Kostenbelastung und Bürokratie drücken zusätzlich
Neben der schwachen Konjunktur machen dem Handwerk weiterhin hohe Energiepreise, steigende Materialkosten und bürokratische Auflagen zu schaffen. Viele Betriebe beklagen, dass sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten kaum verbessert hätten.
„Unsere Betriebe brauchen endlich spürbare Entlastungen und Planungssicherheit“, forderte der ZDH-Generalsekretär. Dazu gehöre auch eine Entbürokratisierung, schnellere Genehmigungsverfahren und eine verlässliche Förderpolitik im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz.
🔮 Ausblick bleibt verhalten
Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben gedämpft. Nur wenige Betriebe rechnen kurzfristig mit einer Belebung der Nachfrage. Hoffnung bestehe allenfalls in einzelnen Branchen – etwa im Bereich Energietechnik und Gebäudesanierung, wo die Nachfrage nach Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen langsam wieder anzieht.
Insgesamt jedoch sieht der Zentralverband die Branche weiterhin in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit. „Von einem Aufschwung sind wir weit entfernt“, so Schwannecke. „Das Handwerk braucht dringend bessere Rahmenbedingungen, um wieder Tritt zu fassen.“