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Gedenken in Papierform – Sonderbriefmarke ehrt Holocaust-Überlebende Margot Friedländer

2211438 (CC0), Pixabay

Die im Mai verstorbene Holocaust-Überlebende und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer wird mit einer eigenen Sonderbriefmarke geehrt. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilte, soll das Gedenkpostwertzeichen am 25. November von Finanzminister Lars Klingbeil offiziell vorgestellt werden.

Mit der Briefmarke würdigt die Bundesregierung eine Frau, die ihr Leben dem Erinnern, Aufklären und Mahnen gewidmet hatte. Margot Friedländer überlebte den Holocaust, kehrte nach Jahrzehnten im Exil nach Berlin zurück und setzte sich unermüdlich gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass ein.

Symbol für Mut und Menschlichkeit

„Margot Friedländer hat die Stimme der Erinnerung erhoben – klar, eindringlich und voller Menschlichkeit“, sagte Finanzminister Klingbeil im Vorfeld der Vorstellung. Die Sondermarke solle nicht nur an eine außergewöhnliche Biografie erinnern, sondern auch „ein Zeichen für Verantwortung und Zivilcourage“ setzen.

Geplant ist, dass Klingbeil die Marke gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern präsentiert. Im Anschluss soll er mit den Jugendlichen über Friedländers Lebenswerk und die Bedeutung historischer Erinnerung in der heutigen Zeit sprechen.

Ein Leben für das Erinnern

Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Nach der Deportation und Ermordung ihrer Familie überlebte sie den Holocaust durch Verstecke und unter falscher Identität. Nach Kriegsende emigrierte sie in die USA, wo sie jahrzehntelang lebte, bevor sie 2010 dauerhaft nach Deutschland zurückkehrte.

Mit ihrem autobiografischen Buch „Versuche, dein Leben zu machen“ und unzähligen Schulbesuchen wurde sie zu einer der wichtigsten Zeitzeuginnen ihrer Generation. Bis ins hohe Alter sprach sie über ihre Erlebnisse – stets mit der Botschaft:

„Es geht nicht um Schuld. Es geht um Verantwortung.“

Postwertzeichen mit besonderer Bedeutung

Das Motiv der Briefmarke zeigt ein Porträt Friedländers vor einem schlichten Hintergrund – bewusst reduziert, um ihre Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Der Wert der Marke liegt bei 1,60 Euro, sie wird ab Ende November bundesweit in den Filialen der Deutschen Post erhältlich sein.

Bleibendes Erbe

Margot Friedländer verstarb im Mai im Alter von 103 Jahren. Bundespräsident Steinmeier würdigte sie damals als „eine moralische Instanz unserer Zeit“. Ihre Stimme, so hieß es, bleibe „Mahnung und Hoffnung zugleich“.

Mit der neuen Sonderbriefmarke wird ihr Vermächtnis nun auf Millionen von Briefen weitergetragen – als stilles, aber eindrucksvolles Zeichen gegen das Vergessen.

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