Nach mehreren Jahren der Unsicherheit zeigt der Markt für Gewerbeimmobilien in Deutschland erstmals wieder Anzeichen der Stabilisierung. Besonders die Büromieten in Frankfurt am Main legen kräftig zu – und machen die Stadt zur einzigen deutschen Metropole mit durchgehend steigenden Preisen in allen Teilsegmenten. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Immobilienverbands Deutschland (IVD) hervor, die Daten aus rund 420 Städten im ersten Halbjahr auswertete.
Frankfurt mit dynamischer Markterholung
Während viele Städte weiterhin mit Leerstand und vorsichtiger Nachfrage kämpfen, entwickelt sich Frankfurt zur Ausnahmeerscheinung. Sowohl einfache als auch hochwertige Büroflächen verzeichneten dort laut IVD deutlich steigende Mieten. Immobilienexperten führen das auf die anhaltende Attraktivität der Banken- und Finanzbranche, den Zuzug internationaler Unternehmen und den Ausbau des Finanzplatzes zurück.
„Frankfurt profitiert von einer stabilen Nachfrage aus dem Dienstleistungs- und Finanzsektor“, heißt es in der Studie. Auch der Trend zur Rückkehr ins Büro nach der Homeoffice-Phase spiele eine Rolle, da viele Unternehmen wieder vermehrt auf repräsentative Flächen setzen.
München bleibt Spitzenreiter bei den Preisen
Trotz der dynamischen Entwicklung in Frankfurt bleibt München die teuerste Bürostadt Deutschlands. Für einfache Büroflächen wurden im Schnitt 23 Euro pro Quadratmeter gezahlt, für hochwertige Flächen mit moderner Ausstattung und zentraler Lage sogar bis zu 50 Euro pro Quadratmeter.
Zum Vergleich: In Frankfurt liegen die Spitzenmieten derzeit zwischen 40 und 45 Euro pro Quadratmeter, während Städte wie Hamburg, Berlin und Düsseldorf meist unterhalb dieser Schwelle bleiben.
Stabilisierung nach schwierigen Jahren
Der Gesamtmarkt für Gewerbeimmobilien hatte in den vergangenen Jahren mit einer Kombination aus Leerständen, gestiegenen Finanzierungskosten und konjunktureller Unsicherheit zu kämpfen. Viele Unternehmen reduzierten ihre Flächen oder verschoben geplante Investitionen.
Nun scheint sich das Blatt zu wenden: „Die Nachfrage zieht langsam wieder an, insbesondere nach flexiblen und energieeffizienten Büroflächen“, so der IVD. Die Modernisierung bestehender Immobilien und der Fokus auf Nachhaltigkeit werden laut Verband zu zentralen Treibern des neuen Aufschwungs.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Während sich die Märkte in Metropolen wie Frankfurt, München und Hamburg stabilisieren, bleibt die Lage in vielen Mittelstädten und strukturschwächeren Regionen weiter angespannt. Dort sind Leerstände teilweise deutlich gestiegen, und Vermieter müssen mit Preisnachlässen um neue Mieter werben.
Insbesondere ältere, nicht sanierte Bürogebäude haben es schwer, Mieter zu finden. Gefragt sind hingegen moderne Gebäude mit guter Anbindung, Energieeffizienz und flexibler Raumaufteilung.
Ausblick: Verhaltener Optimismus in der Branche
Trotz der positiven Signale bleibt die Branche vorsichtig. Die wirtschaftliche Gesamtlage, hohe Zinsen und politische Unsicherheiten könnten die Erholung jederzeit bremsen. Dennoch sehen viele Marktteilnehmer in der aktuellen Entwicklung einen Wendepunkt.
„Die Talsohle scheint erreicht“, heißt es im Fazit des IVD-Berichts. „Der Markt stabilisiert sich, und insbesondere Premiumlagen in den Metropolen erleben eine Rückkehr der Nachfrage.“
Damit bleibt Frankfurt derzeit Symbol einer vorsichtigen, aber nachhaltigen Markterholung – und München weiterhin das Maß aller Dinge, wenn es um Spitzenmieten geht.