Die deutsche Wirtschaft blickt mit gedämpften Erwartungen ins kommende Jahr. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet rund jedes dritte Unternehmen damit, im Jahr 2026 Stellen abzubauen. Nur 18 Prozent der befragten Betriebe planen demnach, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Auch die generelle Stimmung in den Unternehmen bleibt verhalten: Ein Drittel der Betriebe erwartet eine sinkende Produktivität oder Geschäftstätigkeit, während lediglich ein Viertel mit einer positiven Entwicklung rechnet. Damit setzt sich der Trend der schwachen Wachstumsprognosen fort, der die deutsche Wirtschaft seit Monaten belastet.
Die IW-Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede: Besonders pessimistisch sind die Aussichten im Nordosten Deutschlands, wo viele Firmen mit Auftragsrückgängen und gestiegenen Energiekosten kämpfen. In Bayern und Teilen Baden-Württembergs hingegen rechnen viele Betriebe mit einer steigenden Produktion, vor allem in der Export- und Automobilindustrie.
Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung sind laut IW die anhaltend hohen Kosten für Energie, Bürokratie und Steuern, die Investitionen bremsen. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und eine schwache internationale Nachfrage.
Das Institut warnt, dass die anhaltende Schwäche den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck setzen könnte. Besonders betroffen seien Industrie- und Bauunternehmen, aber auch Teile des Dienstleistungssektors.
IW-Direktor Michael Hüther betonte, dass die Unternehmen dringend wachstumsfördernde Impulse und verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen bräuchten, um Vertrauen zurückzugewinnen. Andernfalls drohe eine „Phase der schleichenden Deindustrialisierung“, die langfristig den Standort Deutschland schwächen könne.