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UN-Sicherheitsrat stärkt Marokkos Position im Konflikt um die Westsahara – Algerien protestiert

cuivie (CC0), Pixabay

Der UN-Sicherheitsrat hat mit deutlicher Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die den marokkanischen Anspruch auf die Westsahara erheblich stärkt. Elf der 15 Mitglieder votierten für den von den USA eingebrachten Entwurf, der vorsieht, dass künftige Verhandlungen über den Status des Gebiets auf Grundlage des marokkanischen Autonomieplans geführt werden sollen.

Damit positioniert sich das wichtigste Gremium der Vereinten Nationen klarer denn je zugunsten Marokkos – und gegen die von Algerien unterstützte Polisario-Front, die seit Jahrzehnten für die Unabhängigkeit der Westsahara kämpft.

Algerien protestiert – Polisario spricht von „Verrat an der Selbstbestimmung“

Algerien, das die Polisario-Front politisch, finanziell und militärisch unterstützt, nahm aus Protest nicht an der Abstimmung teil. Aus Algier hieß es, die Resolution verletze das Selbstbestimmungsrecht des sahrauischen Volkes und stelle einen gefährlichen Präzedenzfall im internationalen Recht dar.

Auch die Polisario-Front reagierte empört: In einer Erklärung bezeichnete sie die Entscheidung des Sicherheitsrats als „Kapitulation vor politischen und wirtschaftlichen Interessen“. Man werde den Kampf um die Unabhängigkeit fortsetzen – notfalls auch militärisch.

Marokko feiert diplomatischen Erfolg

In Rabat dagegen wurde die Resolution als historischer Erfolg gefeiert. Die marokkanische Regierung sprach von einem „klaren internationalen Signal der Unterstützung“ für ihren Autonomieplan, der eine begrenzte Selbstverwaltung der Westsahara unter marokkanischer Oberhoheit vorsieht.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten mehrere westliche Staaten, darunter die USA, Frankreich und Spanien, ihre Position zugunsten Marokkos verschoben. Die aktuelle UN-Entscheidung gilt daher als weitere diplomatische Absicherung für Rabat.

Hintergrund des Konflikts

Die Westsahara, eine rohstoffreiche Wüstenregion zwischen Marokko und Mauretanien, war bis 1975 eine spanische Kolonie. Nach dem Rückzug Spaniens besetzte Marokko große Teile des Gebiets, während die Polisario-Front die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) ausrief. Seither beanspruchen beide Seiten die Kontrolle.

Ein von der UNO vermittelter Waffenstillstand gilt seit 1991, doch eine endgültige politische Lösung blieb aus. Zahlreiche geplante Referenden über die Unabhängigkeit scheiterten am Widerstand Marokkos.

Internationale Kritik und geopolitische Dimension

Kritiker werfen dem Sicherheitsrat vor, mit der Resolution das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts zu untergraben und das Risiko einer militärischen Eskalation zu erhöhen. Mehrere afrikanische und lateinamerikanische Staaten äußerten sich besorgt über die einseitige Positionierung zugunsten Marokkos.

Beobachter sehen in der Entscheidung auch eine geopolitische Komponente: Marokko gilt als strategischer Partner des Westens in Nordafrika – sowohl in der Migrationspolitik als auch im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Diese Rolle könnte bei der Abstimmung eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

Fazit

Mit der Resolution hat der UN-Sicherheitsrat eine neue Richtung im jahrzehntelangen Konflikt um die Westsahara eingeschlagen. Während Marokko gestärkt hervorgeht, sehen sich Algerien und die Polisario-Front zunehmend isoliert.

Ob die Entscheidung den Friedensprozess voranbringt oder das Gegenteil bewirkt, bleibt abzuwarten – doch klar ist: Der Konflikt um die Westsahara ist längst nicht beigelegt, sondern steht womöglich vor einer neuen Phase der Spannung.

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