Nach einer Drohnensichtung am Berliner Hauptstadtflughafen BER ist der Flugverkehr in der Nacht auf Samstag wieder vollständig aufgenommen worden. Wie ein Flughafensprecher mitteilte, laufe der Betrieb inzwischen regulär und ohne Einschränkungen.
Am Freitagabend war der Betrieb zwischen 20 und 22 Uhr komplett unterbrochen worden, nachdem eine Drohne unbekannter Herkunft über dem Flughafengelände gesichtet worden war. Aus Sicherheitsgründen mussten sämtliche Starts und Landungen gestoppt werden. Mehrere Maschinen wurden währenddessen zu anderen Flughäfen umgeleitet, einige Flüge fielen aus.
Nachdem das unbemannte Flugobjekt aus dem Luftraum verschwunden war, genehmigten die Behörden ausnahmsweise Starts bis 2 Uhr morgens und landende Flugzeuge für die gesamte Nacht – eine befristete Aufhebung des sonst geltenden Nachtflugverbots, um die zahlreichen Verspätungen abzufangen.
Ein Sprecher des Flughafens erklärte, die Sicherheit der Passagiere habe oberste Priorität. „Erst als klar war, dass keine Gefahr mehr bestand, konnte der Betrieb schrittweise wieder anlaufen.“
Die Zahl der Drohnenstörungen im europäischen Luftraum nimmt seit Monaten deutlich zu. Erst Anfang Oktober war der Flugbetrieb am Münchner Flughafen mehrfach durch unbekannte Drohnen unterbrochen worden. Der Flughafenverband ADV forderte daher, der Staat müsse „dringend in eine effektivere Drohnenabwehr investieren“.
Derartige Vorfälle stellen die Sicherheitsbehörden vor erhebliche Herausforderungen. Drohnen, die ohne Genehmigung in kontrollierten Luftraum eindringen, können den Flugverkehr massiv gefährden – selbst kleine Fluggeräte reichen aus, um Starts und Landungen vollständig zum Erliegen zu bringen.
Während die Ermittlungen zur Herkunft der Drohne am BER noch laufen, bleibt ein Grundproblem bestehen: Der technische Fortschritt im Drohnenbereich überholt vielerorts die Sicherheitsvorkehrungen. Flughäfen in ganz Europa rüsten deshalb auf – in der Hoffnung, dass der nächste Alarm ausbleibt.