Dark Mode Light Mode
BaFin warnt vor zinsnow.com: Falsche Angaben und unerlaubte Anlageangebote
ACATIS AI Global Equities – Zwischen Stabilität und Underperformance: Eine nüchterne Analyse aus Anlegersicht (Geschäftsjahr 2024/2025)
„Karibik im Ausnahmezustand: Hurrikan ‚Melissa‘ hinterlässt Tod und Verwüstung“

ACATIS AI Global Equities – Zwischen Stabilität und Underperformance: Eine nüchterne Analyse aus Anlegersicht (Geschäftsjahr 2024/2025)

geralt (CC0), Pixabay

Der ACATIS AI Global Equities Fonds verfolgt das Ziel eines möglichst hohen Wertzuwachses durch den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Titelauswahl. Dabei wird weltweit in Aktien entwickelter Länder investiert – mit Fokus auf fundamental attraktive Unternehmen und unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten (CO₂-Neutralisation über sog. Dekarbonisierungsnotes).

1. Performance und Marktumfeld

Im Berichtszeitraum 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025 erzielte der Fonds:

Anteilklasse A: +2,48 %

Anteilklasse B: +3,19 %

Anteilklasse C: +3,35 %

Anteilklasse X: +2,99 %

Damit blieb der Fonds deutlich hinter dem MSCI World Net Total Return (EUR) mit +6,2 % zurück.
Das Fondsvolumen sank von 42,4 Mio. € auf 35,8 Mio. €, was sowohl auf Mittelabflüsse als auch auf schwächere Wertentwicklung zurückzuführen ist.

Die schwächere Performance spiegelt das herausfordernde geopolitische Umfeld wider – geprägt von Kriegen, politischer Unsicherheit und volatilen Rohstoffpreisen. Besonders März 2025 brachte einen Rücksetzer von –7,5 %, während November 2024 mit +9,3 % der beste Monat war.

2. Portfolioanalyse

Sektorale Struktur (per 30.06.2025):

Informationstechnologie: 26,6 %

Industrie: 17,5 %

Nicht-Basiskonsumgüter: 15,3 %

Gesundheitswesen: 12,2 %

Basiskonsumgüter: 9,6 %

Kommunikationsdienste: 7,8 %

Energie, Versorger, Materialien: je < 5 %

Trotz des Rückgangs blieb die IT der dominierende Sektor – allerdings mit leicht abnehmendem Gewicht. Der Fonds verzichtet vollständig auf Finanz- und Immobilienwerte, was zu einer gewissen sektoralen Verzerrung führt.

Länderallokation:

USA: 66,4 % (Rückgang ggü. Vorjahr: 69,4 %)

Japan: 5,9 %

Niederlande: 4,8 %

Kanada: 4,2 %

Deutschland: 2,0 %

Italien, Schweiz, Spanien, Frankreich: jeweils rund 2–2,5 %

Damit ist der Fonds stark US-lastig, bleibt aber leicht diversifizierter als im Vorjahr.

3. Einzeltitel-Performance

Top-Performer:

Pegasystems (+84,1 %)

Exelixis Inc (+81,3 %)

Orion Corp (+58,4 %)

Schwächste Werte:

Verint Systems (–51,2 %)

Cimpress plc (–47,5 %)

Glanbia plc (–44,2 %)

Die Streuung der Ergebnisse zeigt, dass das AI-Modell hohe Einzeltitelchancen identifizieren kann, aber gleichzeitig unter ausgeprägten Einzeltitelschwankungen leidet – ein Risiko für Anleger, die auf stetige Renditen aus sind.

4. Nachhaltigkeitsaspekt

Positiv hervorzuheben ist die Investition in Dekarbonisierungsnotes (0,8 % des Fondsvermögens). Diese dienen der CO₂-Neutralisierung des Portfolios durch den Erwerb und die Stilllegung von EU-Emissionsrechten. Für Anleger mit ESG-Fokus ist das ein Pluspunkt, wenn auch quantitativ noch gering.

5. Risikoanalyse

Der Fonds ist erheblich von allgemeinen Markt-, Währungs- und Aktienrisiken betroffen:

Währungsrisiken: Stark durch hohen USD-Anteil (über 65 %)

Marktpreisrisiken: Deutliche Schwankungen durch politische Unsicherheiten

Emittentenrisiken: Durch Konzentration auf kleinere Wachstumswerte leicht erhöht

Die Drawdowns von bis zu –7,5 % pro Monat unterstreichen das erhöhte Volatilitätsprofil.

6. Kostenstruktur

Die Verwaltungsvergütung liegt – je nach Anteilklasse – zwischen:

0,575 % (C-Klasse) und 1,425 % (A-Klasse)
Ausgabeaufschlag bis 5 % möglich.
Für Privatanleger in der A-Klasse also überdurchschnittlich teuer, insbesondere angesichts der unterdurchschnittlichen Rendite.

7. Bewertung und Ausblick

Aus Anlegersicht liefert der ACATIS AI Global Equities ein innovatives, KI-gestütztes Konzept mit globaler Streuung und Nachhaltigkeitsfokus. Allerdings fällt die Rendite enttäuschend aus, insbesondere gegenüber dem MSCI World.

Das hohe Gewicht der USA sowie die geringe Risikostreuung über alternative Anlageklassen (z. B. Anleihen, Rohstoffe) erhöhen die Zyklussensitivität.

Für risikobewusste Anleger mit langfristigem Horizont bleibt der Fonds interessant – vor allem, wenn man auf die Lernkurve der KI-Modelle vertraut.
Kurzfristig orientierte Anleger oder solche, die einen marktbreiten ETF als Benchmark nutzen, dürften die Underperformance kritisch sehen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

BaFin warnt vor zinsnow.com: Falsche Angaben und unerlaubte Anlageangebote

Next Post

„Karibik im Ausnahmezustand: Hurrikan ‚Melissa‘ hinterlässt Tod und Verwüstung“