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Kroatien reaktiviert Wehrpflicht – Zwei Monate Grundausbildung ab 2026 verpflichtend

19306 (CC0), Pixabay

Vor dem Hintergrund des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat das kroatische Parlament beschlossen, die seit 17 Jahren ausgesetzte Wehrpflicht wieder einzuführen. Mit großer Mehrheit billigten die Abgeordneten in Zagreb eine entsprechende Gesetzesänderung, die ab Januar 2026 in Kraft treten soll.

Pflichtdienst für junge Männer, freiwilliger Dienst für Frauen

Nach dem neuen Gesetz sind künftig alle volljährigen Männer bis zum Alter von 29 Jahren, die ärztlich als diensttauglich gelten, verpflichtet, eine zweimonatige Grundausbildung zu absolvieren. Ausnahmen gelten nur in begründeten Fällen – etwa bei gesundheitlichen Einschränkungen oder bestimmten familiären Umständen.

Frauen können den Militärdienst freiwillig antreten, ähnlich wie in anderen europäischen Staaten mit wiederbelebter Wehrpflicht. Die Ausbildung soll laut Verteidigungsministerium sowohl militärische Grundkenntnisse als auch Krisen- und Katastrophenschutzmaßnahmen umfassen.

Sicherheitslage in Europa als Auslöser

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht steht klar im Zeichen der veränderten Sicherheitslage in Europa. Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine 2022 haben mehrere Länder ihre Verteidigungsstrategien überdacht – darunter auch Kroatiens Nachbarn.

Kroatiens Verteidigungsminister erklärte, der Schritt sei eine „notwendige Vorsorgemaßnahme“ in einer Zeit wachsender Spannungen. Ziel sei es, die Verteidigungsbereitschaft der Bevölkerung zu stärken und junge Generationen stärker in die nationale Sicherheit einzubinden.

Erinnerung an frühere Zeiten

Kroatien hatte die Wehrpflicht im Jahr 2008 abgeschafft und auf ein Berufsheer umgestellt. Seitdem stützte sich das Land auf eine kleinere, professionelle Armee sowie die Mitgliedschaft in der NATO, der Kroatien seit 2009 angehört.

Die Rückkehr zur allgemeinen Dienstpflicht wird in der Bevölkerung unterschiedlich aufgenommen: Während Befürworter von einem „notwendigen Schritt zur nationalen Selbstverteidigung“ sprechen, kritisieren Gegner den Beschluss als Rückschritt und Symbolpolitik. Sie verweisen auf die ohnehin angespannte Personallage in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes – junge Menschen würden nun zusätzlich aus dem Arbeitsmarkt herausgenommen.

Ein Signal an Europa

Mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht sendet Kroatien ein deutliches Signal an seine Partner in der Europäischen Union und der NATO: Das Land will einen aktiven Beitrag zur kollektiven Sicherheit leisten. Gleichzeitig soll die Maßnahme das Bewusstsein für Landesverteidigung und Solidarität innerhalb der Bevölkerung stärken.

Ab 2026 wird sich zeigen, wie gut das neue Modell in der Praxis funktioniert – und ob Kroatien damit tatsächlich den Spagat zwischen moderner Verteidigungspolitik und gesellschaftlicher Akzeptanz schafft.

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