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Großrückruf in den USA: Ford ruft über 600.000 Fahrzeuge wegen Sicherheitsmängeln zurück

VariousPhotography (CC0), Pixabay

In den Vereinigten Staaten hat die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) erneut mehrere große Fahrzeugrückrufe veröffentlicht. Besonders betroffen ist der Autohersteller Ford, der mehr als 600.000 Fahrzeuge wegen potenzieller Sicherheitsrisiken zurückrufen muss. Der Rückruf betrifft vor allem Mustang-Modelle der Baujahre 2015 bis 2017, die mit korrosionsanfälligen Gurtstraffer-Komponenten ausgestattet sind. Insgesamt summieren sich die Rückrufe der vergangenen Woche über mehrere Hersteller hinweg auf mehr als 1,1 Millionen Fahrzeuge, darunter Modelle von Ford, Dodge und Nissan.

Gefahr durch korrodierte Gurtstraffer

Wie aus den von der NHTSA veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, besteht bei den betroffenen Ford Mustang-Modellen die Gefahr, dass sich durch Eindringen von Wasser und Streusalz Korrosion an den vorderen Sicherheitsgurtverankerungen bilden kann. Betroffen ist insbesondere das Bauteil des sogenannten Sicherheitsgurtstraffers, das im Falle eines Unfalls die Gurte festzieht und die Insassen so vor Verletzungen schützt.

Laut Ford könne die Korrosion dazu führen, dass die Kabel der Gurtstraffer geschwächt werden und im Ernstfall nicht mehr korrekt auslösen. Das würde die Schutzwirkung der Sicherheitsgurte erheblich beeinträchtigen – ein klarer Verstoß gegen die US-Sicherheitsvorschriften für Fahrzeuge.

Der Hersteller erklärt, dass die betroffenen Komponenten zwischen Februar 2014 und Oktober 2017 in die Produktion eingeflossen seien. Ab Ende 2017 habe ein neuer Zulieferer den Gurtmechanismus überarbeitet und das Problem behoben.

Zweiter Rückruf betrifft Rückfahrkameras

Neben dem Sicherheitsgurtproblem ruft Ford weitere rund 291.000 Fahrzeuge der Serien F-250 Super Duty, F-350 Super Duty und F-450 Super Duty aus den Modelljahren 2020 bis 2022 zurück. Grund ist ein Defekt in der Rückfahrkamera, durch den das Kamerabild unter bestimmten Lichtverhältnissen ausfallen kann. Das erhöht das Risiko von Unfällen beim Rückwärtsfahren deutlich.

Auch hier sollen betroffene Fahrzeuge im Rahmen einer kostenlosen Inspektion und Softwareaktualisierung in den Werkstätten instandgesetzt werden. Ford teilte mit, dass man bereits eng mit der NHTSA zusammenarbeite, um die Fahrzeuge so schnell wie möglich zu überprüfen.

Dodge und Nissan ebenfalls betroffen

Nicht nur Ford steht im Fokus der Rückrufaktionen. Auch Dodge und Nissan haben fehlerhafte Bauteile entdeckt:

  • Dodge ruft etwa 298.000 Fahrzeuge des Modells Dart (2013–2016) zurück, da sich das Schaltseil vom Getriebe lösen kann – mit der Folge, dass das Auto ungewollt wegrollen könnte.

  • Nissan meldet rund 173.000 betroffene NV200-Transporter (2013–2021), bei denen fehlerhafte Verdrahtungen im Kraftstoffsystem Kurzschlüsse oder Ausfälle der Pumpe verursachen können.

Was sollten Autofahrer jetzt tun?

Fahrzeugbesitzer können auf der Website der NHTSA (www.nhtsa.gov/recalls oder direkt beim Hersteller prüfen, ob ihr Auto betroffen ist. Dazu wird die Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN) benötigt, die im Fahrzeugschein oder an der Windschutzscheibe zu finden ist.

Die Hersteller sind gesetzlich verpflichtet, alle Reparaturen kostenlos durchzuführen. Fahrzeughalter sollten jedoch schnell reagieren – gerade bei sicherheitsrelevanten Mängeln wie Gurtstraffern, Airbags oder Rückfahrkameras.

Behörden warnen vor „Recall-Müdigkeit“

Die NHTSA mahnt, dass viele Autofahrer Rückrufschreiben ignorieren oder aufschieben. Das könne fatale Folgen haben: „Selbst kleine Defekte können im Ernstfall Menschenleben kosten“, so ein Sprecher der Behörde. Laut Schätzungen wird etwa ein Viertel aller Rückrufaktionen in den USA nicht umgesetzt – Fahrzeuge bleiben somit mit bekannten Sicherheitsrisiken auf der Straße.

Fazit: Sicherheitsprüfung ernst nehmen

Der aktuelle Ford-Rückruf zeigt, wie komplex und anfällig moderne Fahrzeugsysteme geworden sind. Während Hersteller und Zulieferer um Effizienz und Kostensenkung bemüht sind, bleiben Qualitätsprobleme ein Dauerbrenner der Branche. Autofahrer sollten daher regelmäßig prüfen, ob für ihr Fahrzeug ein Rückruf vorliegt – und Werkstatttermine nicht aufschieben.

Denn eines ist klar: Eine defekte Kamera mag ärgerlich sein, ein versagender Sicherheitsgurt im Ernstfall – lebensgefährlich.

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