Ein spektakulärer Raub hat am Sonntagmorgen den Pariser Louvre erschüttert. Mehrere bislang unbekannte Täter drangen über eine Baustelle in das weltberühmte Museum ein und entwendeten kostbare Schmuckstücke aus der Sammlung Napoleons und seiner Familie. Nach Angaben der Behörden sind die Täter auf der Flucht.
Der Überfall ereignete sich zwischen 9.30 und 9.40 Uhr, kurz bevor das Museum für Besucher öffnete. Die Einbrecher nutzten eine Baustellenleiter und einen Lastenaufzug, um sich Zugang zu den oberen Etagen zu verschaffen. Mit Motorsägen zerstörten sie Fenster und Vitrinen in der „Galerie d’Apollon“, in der unter anderem die Ausstellung „Bijoux Napoléon“ gezeigt wird. Dort raubten sie laut französischen Medien neun Schmuckstücke, darunter eine Halskette, eine Brosche und eine Tiara – Stücke von „unschätzbarem Wert“.
Nach dem Beutezug flüchteten die Täter offenbar auf Motorrollern, die sie an der Seine-Seite des Gebäudes abgestellt hatten. Einer der Roller wurde später in der Nähe der Autobahn A6 gefunden. Die Staatsanwaltschaft in Paris leitete Ermittlungen wegen „organisierten Bandendiebstahls“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ ein.
Besucher, die sich bereits im Eingangsbereich befanden, berichteten von Panik und Chaos, als Sicherheitskräfte versuchten, das Museum abzuriegeln. Augenzeugen beschrieben, wie Polizisten an der Glaspyramide nach einem Zugang suchten, während Menschen im Inneren an die Türen schlugen, um ins Freie zu gelangen.
Ersten internen Informationen zufolge wurde der berühmte Regent-Diamant – das Herzstück der Sammlung – nicht entwendet. Das 140-Karat-Schwert, das Napoleon 1804 bei seiner Krönung trug, blieb unversehrt.
Der Raub sorgt in Frankreich für Entsetzen. Der Bürgermeister des Pariser Zentrums sprach von einem „beispiellosen Sicherheitsversagen“ und verglich den Coup mit Szenen aus einem Kriminalfilm. Das Museum, mit fast neun Millionen Besuchern im Jahr 2024 das meistbesuchte der Welt, bleibt bis auf Weiteres geschlossen.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um eine hochprofessionell organisierte Bande handelt, die den Coup lange geplant hat. Französische Spezialermittler prüfen derzeit, ob Parallelen zu früheren Kunst- und Juwelenrauben in Europa bestehen.