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Kein Kino wagt das Risiko: Jüdisches Filmfestival in Schweden wegen Sicherheitsbedenken verschoben
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Kein Kino wagt das Risiko: Jüdisches Filmfestival in Schweden wegen Sicherheitsbedenken verschoben

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Das Jüdische Internationale Filmfestival in Schweden wird in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Wie die Organisatoren mitteilten, konnte kein einziges Kino in Malmö für die Austragung des Festivals gewonnen werden – weder kommerzielle Häuser noch Programmkinos erklärten sich bereit, ihre Säle zur Verfügung zu stellen.

In einer Erklärung auf der Webseite des Festivals heißt es, man habe „alle Optionen ausgeschöpft“, doch sämtliche Anfragen seien abgelehnt worden. Einige Betreiber hätten sich dabei ausdrücklich auf Sicherheitsbedenken berufen. Die Organisatoren zeigten sich tief enttäuscht: „Es ist traurig und beunruhigend, dass ein kulturelles Ereignis, das den Dialog fördern und jüdisches Leben sichtbar machen soll, auf solche Hindernisse stößt.“

Das Festival, das erst im vergangenen Jahr gegründet wurde, sollte ursprünglich vom 29. November bis 2. Dezember stattfinden. Geplant war eine Reihe von Filmen, Diskussionen und Veranstaltungen, die anlässlich von 250 Jahren jüdischem Leben in Schweden das kulturelle Erbe und den Beitrag jüdischer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen wollten.

Statt eines Festes der Begegnung steht nun eine bittere Erkenntnis: Das Festival wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Organisatoren hoffen, im kommenden Jahr geeignete Orte zu finden oder neue Sicherheitskonzepte zu entwickeln, um das Programm doch noch präsentieren zu können.

In ihrer Mitteilung betonten sie, dass der Schritt nicht nur eine organisatorische Niederlage, sondern auch ein gesellschaftliches Warnsignal sei. „Wenn kulturelle Veranstaltungen aus Angst abgesagt oder verdrängt werden, verliert die Gesellschaft ein Stück ihrer Offenheit“, heißt es weiter.

Die Entscheidung hat in Schweden eine breite Diskussion ausgelöst. Vertreter der jüdischen Gemeinde und mehrere Kulturinstitutionen sprachen von einem alarmierenden Zeichen für die Freiheit von Kunst und Kultur. Auch Politiker forderten mehr Engagement für den Schutz jüdischer Einrichtungen und Veranstaltungen.

Malmö, die drittgrößte Stadt Schwedens, steht seit Jahren im Fokus, wenn es um das Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften geht. Immer wieder gibt es Berichte über antisemitische Vorfälle. Schon im vergangenen Jahr war das Festival von Sicherheitsdebatten begleitet worden, konnte aber noch stattfinden.

Nun hoffen die Veranstalter, dass die Verschiebung kein dauerhafter Rückschlag bleibt, sondern ein Anstoß für eine breitere gesellschaftliche Diskussion über Toleranz, Zusammenleben und die Rolle jüdischer Kultur in Schweden wird.

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