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Hamburg plant Naturkundemuseum im Elbtower – Neustart für die Bauruine in der Hafencity

StephanieAlbert (CC0), Pixabay

In den festgefahrenen Bau des Elbtowers in der Hamburger Hafencity kommt überraschend Bewegung. Die Stadt Hamburg will Teile des ikonischen Hochhauses künftig für das geplante Naturkundemuseum nutzen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte am Dienstag, die Realisierung im Elbtower sei „eine sinnvolle und schnelle Lösung“, die deutlich früher umgesetzt werden könne als ein eigenständiger Neubau.

Mit dieser Entscheidung könnte das Prestigeprojekt, das seit fast zwei Jahren stillsteht, eine zweite Chance bekommen. Derzeit laufen exklusive Verhandlungen zwischen dem Hamburger Unternehmer Dieter Becken und dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf der Bauruine. Sollten die Gespräche erfolgreich verlaufen und auch die Hamburger Bürgerschaft zustimmen, könnte bereits im Frühjahr 2026 wieder gebaut werden.

Stadt prüft Beteiligung über Nutzung

Zwar hatte Tschentscher bislang stets betont, dass sich die Stadt nicht finanziell am Elbtower beteiligen werde, doch mit der Teilnutzung für ein Museum würde Hamburg indirekt doch eine Rolle im Projekt übernehmen. „Der Elbtower bietet hervorragende Voraussetzungen für ein modernes, öffentlich zugängliches Naturkundemuseum“, sagte der Bürgermeister.

Mit dieser Lösung wäre auch der politische Druck gemindert, da das geplante Museum bislang keinen endgültigen Standort hatte und die Planungen ins Stocken geraten waren. Die Integration in den Elbtower könne nicht nur Kosten, sondern auch Zeit sparen, so Tschentscher.

Stillstand seit Oktober 2023

Der Bau des 245 Meter hohen Wolkenkratzers – entworfen vom britischen Stararchitekten David Chipperfield – war im Oktober 2023 gestoppt worden, nachdem die Signa-Gruppe von René Benko in eine finanzielle Schieflage geraten war und offene Rechnungen nicht mehr beglichen hatte. Der Turm war ursprünglich als krönender Abschluss der Hafencity konzipiert, als östliches Pendant zur Elbphilharmonie.

Nach dem Baustopp ragte die Betonstruktur etwa 100 Meter in den Himmel, seither ruhten sämtliche Arbeiten. Der Fall Benko und die Insolvenz der Signa Holding hatten das Projekt zu einem Symbol für gescheiterte Größenambitionen in der Immobilienbranche gemacht.

Vom Prestigeobjekt zur neuen Chance

Sollte der Deal mit Becken zustande kommen, will dieser den Bau nach einer technischen und finanziellen Prüfung fortsetzen. Der neue Investor plant, das Gebäude teilweise umzunutzen – etwa mit öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie, Kulturflächen und Büros.

Mit dem Einzug des Naturkundemuseums würde der Elbtower nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles Leuchtturmprojekt für die Stadt werden. Der Standort an den Elbbrücken gilt als ideal, um Besucherströme aus dem Hafencity-Gebiet und vom Hauptbahnhof zu verbinden.

Tschentscher sprach von einem „wichtigen Signal für die Hafencity“ und einem „Bekenntnis zum Standort Hamburg als Wissenschafts- und Kulturmetropole“. Sollte alles nach Plan laufen, könnte der Elbtower bis Ende des Jahrzehnts fertiggestellt werden – diesmal mit einem neuen Konzept und einer Symbolkraft, die weit über die Stadt hinausreicht.

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