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Einsatz in Niedersachsen: ICE stoppt wegen beißendem Geruch – mehrere Fahrgäste klagen über Atemwegsreizungen
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Einsatz in Niedersachsen: ICE stoppt wegen beißendem Geruch – mehrere Fahrgäste klagen über Atemwegsreizungen

stux (CC0), Pixabay

Ein ungewöhnlicher Zwischenfall hat am Abend im niedersächsischen Bad Bevensen (Landkreis Uelzen) für Aufsehen gesorgt. Ein ICE auf dem Weg nach Hamburg musste dort außerplanmäßig anhalten, nachdem mehrere Reisende über Atemwegsreizungen, Husten und einen beißenden Geruch in einem der Waggons geklagt hatten.

Wie die Bundespolizeiinspektion Hannover mitteilte, bemerkten die Fahrgäste den ungewöhnlichen Geruch kurz nach der Abfahrt aus Hannover. Einige Passagiere klagten über Brennen in den Augen und im Hals, woraufhin das Zugpersonal sofort reagierte und den Zug im Bahnhof Bad Bevensen stoppte.

Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst

Binnen Minuten rückten Feuerwehr, Polizei und mehrere Rettungswagen an. Der betroffene Waggon wurde geräumt, und die Einsatzkräfte untersuchten die Passagiere noch auf dem Bahnsteig. Insgesamt wurden 39 Fahrgäste medizinisch untersucht, darunter auch Kinder und ältere Reisende. Schwere Verletzungen oder Krankenhausaufenthalte waren laut Polizei nicht erforderlich.

Die Feuerwehr führte Messungen mit Spezialgeräten durch, konnte jedoch keine erhöhten Schadstoffwerte feststellen. Auch ein technischer Defekt an der Klimaanlage oder an der Bremsanlage des Zuges ließ sich zunächst nicht nachweisen. Der beißende Geruch hatte sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits verflüchtigt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

Wagen vorsorglich gesperrt – Zug fährt mit Verspätung weiter

Der betroffene ICE-Wagen wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die übrigen Fahrgäste konnten in andere Abteile wechseln. Nach einer rund einstündigen Unterbrechung durfte der Zug seine Fahrt in Richtung Hamburg fortsetzen – mit etwa 60 Minuten Verspätung.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn äußerte sich am Abend zu dem Vorfall:
„Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat oberste Priorität. Wir stehen in engem Austausch mit der Bundespolizei, um die Ursache des Vorfalls schnellstmöglich aufzuklären.“

Ermittlungen laufen – mehrere Ursachen denkbar

Die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Möglich sind laut Polizei sowohl technische Ausdünstungen – etwa durch Schmierstoffe, Reinigungsmittel oder die Klimaanlage – als auch von außen eingetragene Substanzen, beispielsweise durch geöffnete Türen oder Kleidung. Hinweise auf einen gezielten Angriff oder Sabotage liegen derzeit nicht vor.

„Wir schließen zum jetzigen Zeitpunkt keine Ursache aus“, erklärte ein Polizeisprecher. „Da der Geruch zum Zeitpunkt unserer Messungen bereits verflogen war, müssen wir nun weitere technische Untersuchungen abwarten.“

Hintergrund: Sensible Reaktionen in geschlossenen Räumen

Vorfälle mit Atemwegsreizungen in Zügen sind selten, kommen aber immer wieder vor – häufig ohne klar identifizierbare Ursache. Schon geringe Mengen von flüchtigen Stoffen, etwa durch Reinigungsmittel, Bremsabrieb oder Klimaanlagenflüssigkeiten, können in geschlossenen Zugabteilen intensiv wahrgenommen werden und kurzfristig Reizungen auslösen.

Für die betroffenen Fahrgäste endete der Vorfall glimpflich, dennoch sorgte er für Unruhe und Verunsicherung. Die Bundespolizei will nun gemeinsam mit der Deutschen Bahn und technischen Gutachtern prüfen, ob bauliche oder wartungsbedingte Faktoren eine Rolle gespielt haben.

Klar ist: Der Vorfall wird voraussichtlich noch einige Tage nachwirken – vor allem für jene, die im Zug saßen und den plötzlich auftretenden Reizgeruch miterlebten.

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