Es war eine Tat, die selbst in einer Großstadt wie München Fassungslosigkeit auslöste: Martin P., 43 Jahre alt, kehrte nach zwei Jahrzehnten in das Elternhaus in der Glockenblumenstraße zurück – und verwandelte es in eine Todesfalle. Der Handwerker erschoss seinen 71-jährigen Vater, verletzte seine Mutter schwer und präparierte das Gebäude mit Sprengfallen. Am Ende brannte das Haus vollständig nieder, während Einsatzkräfte verzweifelt versuchten, die Katastrophe unter Kontrolle zu bringen.
Die Ermittler sprechen von einem minutiös vorbereiteten Gewaltakt. Martin P. hatte offenbar über Jahre hinweg einen Plan entwickelt, um in sein früheres Zuhause zurückzukehren. Als er schließlich zuschlug, war es kein spontaner Ausbruch, sondern das Ergebnis einer lange gereiften Obsession. Seine Mutter überlebte schwer verletzt, doch die Szene, die sich den Einsatzkräften bot, war ein Inferno: Rauch, Flammen und ein Wohnhaus, das zur tödlichen Falle geworden war.
Besonders erschütternd: Durch den Amoklauf musste das Oktoberfest kurzfristig geschlossen werden. Ein Ausnahmezustand für die Stadt, die zu diesem Zeitpunkt Hunderttausende Gäste aus aller Welt empfing.
Nachbarn aus dem beschaulichen Münchner Stadtteil Lerchenau berichten von einem Mann, der sich zunehmend von seiner Umwelt abgeschottet hatte. Früher als zuverlässiger Handwerker bekannt, soll er sich in den vergangenen Jahren in wahnhaften Überzeugungen verloren haben. Immer wieder habe er seinen Hass auf den Vater geäußert, den er offenbar für sein eigenes Scheitern verantwortlich machte.
Die Polizei geht von einer Kombination aus familiären Konflikten, psychischer Instabilität und radikalen Feindbildern aus, die zu der Eskalation führten. In den Ruinen des Hauses suchen Ermittler derzeit nach weiteren Spuren, die Aufschluss über die genauen Hintergründe geben könnten.
Für die Nachbarschaft bleibt ein Gefühl der Beklemmung zurück. Wo bis vor Kurzem ein gepflegtes Wohnhaus stand, zeugt nur noch eine Brandruine von der Tat eines Mannes, der nach 20 Jahren zurückkehrte, um seine Vergangenheit mit Gewalt auszulöschen.