Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike sieht sich mit deutlich höheren Zusatzkosten durch die von Ex-US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle konfrontiert, als zunächst angenommen. Das Unternehmen rechnet nun mit einer Belastung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr – eine halbe Milliarde mehr, als noch im Juni prognostiziert.
Die Zölle auf Importe nach Amerika treffen vor allem Branchen, die ihre Produkte überwiegend im Ausland fertigen lassen – und das gilt ganz besonders für die Sportartikelindustrie. Nike lässt einen Großteil seiner Schuhe, Textilien und Accessoires in asiatischen Produktionsländern wie Vietnam, China und Indonesien herstellen.
Die nun spürbar höheren Kosten werden sich laut Branchenexperten sowohl in der Gewinnmarge als auch möglicherweise im Endkundenpreis niederschlagen. Zwar könnte Nike versuchen, einen Teil der Mehrbelastung über Preisanpassungen abzufangen, doch ein solcher Schritt birgt das Risiko, preisbewusste Verbraucher zu verschrecken – insbesondere in einem Markt, der von starker Konkurrenz durch Adidas, Puma und New Balance geprägt ist.
Darüber hinaus zeigt der Fall Nike exemplarisch, wie stark US-Zollpolitik amerikanische Konzerne selbst trifft. Während die Zölle ursprünglich darauf abzielten, chinesische Exporte zu bremsen und US-Arbeitsplätze zu schützen, belasten sie nun jene Unternehmen, die auf internationale Lieferketten angewiesen sind.
Für Anleger bedeutet das: Nikes Kostenbasis steigt, während die Preissetzungsmacht begrenzt bleibt – ein Mix, der kurzfristig auf die Profitabilität drückt. Sollte sich die Zollpolitik fortsetzen oder verschärfen, müsste Nike womöglich Teile seiner Produktion umstellen oder in neue Lieferketten investieren – ein teurer und langwieriger Prozess.