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Herbstzeit ist Risikozeit – besonders Ludwigslust-Parchim ist betroffen

hashan (CC0), Pixabay

Mit dem Herbst steigt auf den Straßen in Mecklenburg-Vorpommern die Gefahr von Wildunfällen drastisch an. Wenn die Tage kürzer werden, sind Rehe, Hirsche, Füchse und Waschbären besonders aktiv – und kreuzen häufig unvermittelt die Fahrbahn. Statistisch gesehen ist jeder dritte Verkehrsunfall im Land ein Wildunfall.

Jeder zweite Unfall im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Besonders hoch ist das Risiko im Landkreis Ludwigslust-Parchim, dem flächenmäßig zweitgrößten Landkreis Deutschlands. Dort endet inzwischen jeder zweite Verkehrsunfall mit einem Wildschaden. Auch in anderen Regionen des Landes kommt es regelmäßig zu schweren Kollisionen mit Reh-, Dam- und Schwarzwild.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 17.000 Wildunfälle registriert – das entspricht einem Unfall alle 30 Minuten.

Warnschilder und Tempokontrollen sollen Risiko senken

Um die Zahl der Unfälle zu reduzieren, will der Landkreis ab Oktober an besonders gefährdeten Strecken große Warnschilder aufstellen. Betroffen sind unter anderem:

  • die B321 zwischen Sudenhof und Bandenitz,

  • die B104 zwischen Cambs und Weitendorf sowie

  • die B192 zwischen Goldberg und Neu Poserin.

Zudem sollen dort künftig verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Ziel ist es, Autofahrerinnen und Autofahrer für das erhöhte Risiko in der Dämmerung zu sensibilisieren.

Warum es im Herbst besonders oft kracht

Die Ursachen für die vielen Wildunfälle sind vielfältig, erklärt Marvin Urhan, Obmann für Naturschutz beim Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern:

„Beim Waschbär und beim Fuchs suchen die Jungtiere derzeit nach eigenen Revieren. Beim Rotwild ist Paarungszeit – die liebestollen Hirsche laufen einfach über die Straße, natürlich ohne zu gucken.“

Hinzu kommt die bevorstehende Zeitumstellung: Wenn der Berufsverkehr plötzlich eine Stunde früher oder später einsetzt, ändert sich für die Tiere nichts – sie queren die Straßen weiterhin zu den gewohnten Zeiten. Das sorgt für gefährliche Überschneidungen zwischen Tierbewegung und Pendlerverkehr.

Experten raten: Fuß vom Gas in der Dämmerung

Fachleute raten dazu, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung die Geschwindigkeit zu reduzieren und auf Wildwechsel-Schilder zu achten. Wer ein Tier am Fahrbahnrand sieht, sollte abblenden, hupen und bremsbereit sein – denn selten kommt das Wild allein.

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