Die Schulden steigen – und mit ihnen die Gefahr für die Weltwirtschaft
Viele Länder haben in den letzten Jahren sehr viele Schulden gemacht. Jetzt sagen sogar erfahrene Wirtschaftsexperten: Das kann nicht mehr lange gut gehen. Die Lage erinnert an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg – damals war die Welt ebenfalls extrem verschuldet. Heute ist die Situation ähnlich, obwohl es keinen Krieg gibt. Die Schulden sind so hoch, dass sie bald großen Schaden anrichten könnten. Die Gefahr eines weltweiten Finanzcrashs wächst.
Der US-Dollar steht im Zentrum der Krise
Die wichtigste Währung der Welt ist immer noch der US-Dollar. Er wird von den USA „geschöpft“, das heißt: Die USA stellen dieses Geld her. Doch genau dieses Land hat so viele Schulden wie kein anderes. Laut dem Internationalen Währungsfonds liegt die Schuldenquote der USA bei über 123 % der Wirtschaftsleistung – Tendenz steigend.
Viele Fachleute sagen: Wenn die USA ihre Schulden nicht bald in den Griff bekommen, kann das die gesamte Weltwirtschaft gefährden. Denn wenn der Dollar ins Wanken gerät, betrifft das auch andere Länder.
Banken-Chefs und Investoren schlagen Alarm
Der Chef der großen US-Bank J.P. Morgan, Jamie Dimon, warnt schon seit 2024 vor einem Finanzcrash. Er sagt: „Das wird passieren.“ Besonders der sogenannte Anleihemarkt – also der Markt für Staatsanleihen – ist in Gefahr. Wenn die Anleger den USA nicht mehr vertrauen, könnten die Zinsen stark steigen und die Schulden noch schlimmer machen.
Trumps Politik macht alles noch riskanter
Zusätzlich zur hohen Schuldenlast kommt noch die Politik von Ex-Präsident Donald Trump. Seine Steuerkürzungen und Handelszölle haben dem Land finanziell geschadet. Außerdem versucht er, Einfluss auf die unabhängige US-Notenbank zu nehmen. Das ist gefährlich, weil die Notenbank eigentlich für Stabilität sorgen soll – nicht für Politik.
Auch Europa hat große Probleme
In Europa sieht es auf den ersten Blick etwas besser aus – aber nur auf den ersten Blick. Länder wie Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland haben sehr hohe Schulden. Besonders Frankreich verliert die Kontrolle über sein Haushaltsdefizit. Die Zinsen für französische Staatsanleihen steigen, weil Investoren dem Land nicht mehr richtig vertrauen.
Deutschland galt lange als das „stabile Land“ in der Eurozone. Doch auch hier steigt die Schuldenquote wieder, vor allem seit Frühjahr 2025. Das ist ein großes Risiko, weil Deutschland eigentlich das Gegengewicht zu den schwächeren Ländern in Europa war.
Was passiert, wenn die Investoren das Vertrauen verlieren?
Die Staaten müssen ihre Schulden regelmäßig neu finanzieren. Das heißt: Sie müssen neue Kredite aufnehmen, um alte Schulden zu bezahlen. Solange die Zinsen niedrig sind, geht das noch gut. Aber wenn die Zinsen plötzlich steigen oder Investoren ihr Vertrauen verlieren, kann es sehr schnell gefährlich werden. Dann könnten Banken und Versicherungen ins Wanken geraten.
Ein Beispiel ist Großbritannien im Jahr 2022: Damals stürzte die Premierministerin Liz Truss schon nach wenigen Wochen, weil ihre Schuldenpläne den Markt erschütterten. So ein „Truss-Moment“ kann auch in anderen Ländern passieren – sogar in den USA oder der EU.
Die Notenbanken unter Druck
Viele Regierungen haben sich an billiges Geld gewöhnt. Doch dieses Geld kommt meist von den Notenbanken. Wenn die Notenbanken weiter Geld „drucken“, um die Schulden bezahlbar zu halten, steigt das Risiko von Inflation. Dann wird unser Geld weniger wert. Das ist für viele Menschen spürbar – zum Beispiel beim Einkaufen oder beim Mieten.
Fazit: Die Welt braucht dringend einen neuen Plan
Die frühere Vizechefin des Internationalen Währungsfonds, Gita Gopinath, sagte schon vor Monaten: „Die Lage ist schlimmer, als Sie denken.“ Ein Ausweg wäre: Mehr Wirtschaftswachstum, weniger Ausgaben und langfristige Planung. Aber dazu braucht es mutige Politiker – und die sind derzeit selten.
Wenn sich nichts ändert, könnte das weltweite Finanzsystem bald zusammenbrechen. Noch ist Zeit, um gegenzusteuern. Doch die Schuldenbombe tickt.
Ich sehe wirklich niemanden, die oder der den Mut hat, diese Situation anzugehen. Interviewen Sie mal Katharina Pistor von der Columbia-Uni (sie spricht deutsch) oder hören Sie ihre Adorno-Vorlesunfen auf YouTube.