Die Verbraucherzentrale Sachsen hat Klage gegen die Baumarktkette Hornbach eingereicht. Der Vorwurf: irreführende Werbung. Im Mittelpunkt stehen Pflanzen wie Forsythien und Apfelrosen, die Hornbach in seinem Online-Shop als „heimisch“ und „ideal für Insekten und Vögel“ angepriesen haben soll.
Der Vorwurf: Schönfärberei zulasten der Natur
Nach Einschätzung der Verbraucherschützer ist diese Darstellung falsch und gefährlich. Forsythien und Apfelrosen stammen ursprünglich nicht aus Europa. Statt heimische Arten zu fördern, könnten sie laut Experten die Biodiversität sogar gefährden, indem sie heimische Pflanzen verdrängen und damit die Lebensgrundlage für viele Insektenarten einschränken.
„Hornbach versucht sich mit einem grünen Image zu schmücken, obwohl die Fakten eine ganz andere Sprache sprechen“, erklärte die Verbraucherzentrale.
Warum die Herkunft von Pflanzen so wichtig ist
Für viele Hobbygärtner klingt es zunächst nebensächlich, ob eine Pflanze heimisch oder importiert ist. Doch die Herkunft spielt in der Natur eine entscheidende Rolle:
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Heimische Pflanzen sind perfekt an Standort, Klima und heimische Insekten angepasst.
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Fremde Arten bieten oft weder Nahrung noch Lebensraum für einheimische Insekten oder Vögel.
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Manche importierten Pflanzen können sogar zu sogenannten invasiven Arten werden, die sich unkontrolliert ausbreiten.
Die Werbung mit dem Label „heimisch“ kann daher für Verbraucher irreführend sein – und im schlimmsten Fall den ökologischen Schaden vergrößern.
Hornbach in der Kritik
Die Klage reiht sich in eine breitere Debatte um Greenwashing ein – also den Versuch, durch geschickte Werbung ein umweltfreundliches Image zu erzeugen, ohne dass die Produkte diesem Anspruch gerecht werden. Ob Hornbach bewusst in die Trickkiste gegriffen hat oder ob es sich um Nachlässigkeit handelt, muss nun das Gericht klären.
Ausblick
Der Fall zeigt: Auch im scheinbar harmlosen Bereich der Garten- und Baumarktprodukte lohnt es sich, genau hinzuschauen. Für Verbraucher bedeutet das: Nicht jede „grüne“ Werbebotschaft ist vertrauenswürdig. Wer Biodiversität fördern will, sollte sich über wirklich heimische Pflanzen informieren – etwa über Listen von Naturschutzverbänden.