Am Sonnabend hatten Freiwillige in ganz Schleswig-Holstein den Müll im Visier. Anlass war der internationale „World Cleanup Day“, an dem weltweit Millionen Menschen gleichzeitig ihre Umgebung säuberten. Auch hierzulande beteiligten sich Hunderte Helferinnen und Helfer, die Strände, Wälder, Parks und Dörfer von Abfällen befreiten.
Große Beteiligung in Städten und Gemeinden
In Lübeck, Kaltenkirchen (Kreis Segeberg), Meldorf und Brunsbüttel (beide Kreis Dithmarschen) sowie in Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) gab es öffentliche Sammelaktionen, an denen sich Vereine, Firmen und ganze Familien beteiligten. In den Innenstädten sammelten Gruppen achtlos weggeworfene Verpackungen und Zigarettenkippen, während an den Stränden vor allem Plastikmüll und alte Fischernetze eingesammelt wurden. Auch kleinere Orte im Land nutzten den Aktionstag, um gemeinsam gegen Vermüllung vorzugehen.
„Wir waren überrascht, wie viel zusammenkam – vor allem Plastikbecher, Flaschen und Tüten“, berichtete eine Helferin in Meldorf. Viele Teilnehmende äußerten die Hoffnung, dass solche Aktionen das Bewusstsein für den eigenen Umgang mit Abfall schärfen.
Müllsäcke und Handschuhe gestellt
Die Organisatoren stellten Müllsäcke, Zangen und Handschuhe bereit, sodass die Freiwilligen ohne großen Aufwand mitmachen konnten. Familien kamen mit ihren Kindern, Schulklassen beteiligten sich im Rahmen von Projekttagen, und auch lokale Unternehmen schickten Mitarbeitergruppen, die den Tag für ein gemeinsames Engagement nutzten.
In Glücksburg etwa waren neben Bürgerinnen und Bürgern auch Sportvereine aktiv. Am Ostseestrand kamen innerhalb weniger Stunden mehrere hundert Kilo Abfall zusammen. „Das zeigt, wie groß das Problem ist, aber auch, wie viel man erreichen kann, wenn viele mithelfen“, sagte ein Vereinsvertreter.
Zunehmende illegale Müllentsorgung
Während die Aktionen vielerorts für gute Stimmung sorgten, blieb ein ernster Hintergrund nicht verborgen. Entsorgungsbetriebe in Schleswig-Holstein bestätigten auf Nachfrage, dass illegale Müllentsorgung weiter zugenommen habe. Immer öfter würden Sperrmüll, Bauschutt oder Elektrogeräte einfach am Straßenrand, in Waldstücken oder auf Feldern abgeladen. Die Entsorgungsunternehmen appellierten daher an Bürgerinnen und Bürger, legale Entsorgungswege zu nutzen und kommunale Wertstoffhöfe stärker in Anspruch zu nehmen.
Gemeinschaftsgefühl und Bewusstsein für Umweltschutz
Trotz der ernsten Botschaft war die Stimmung bei den Sammelaktionen überwiegend positiv. Viele Gruppen sahen die Aktionen nicht nur als Arbeit, sondern auch als Gelegenheit, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Kinder lernten spielerisch, welche Folgen Müll für Tiere und Natur haben kann, während Erwachsene miteinander ins Gespräch kamen und Ideen austauschten, wie Abfall künftig vermieden werden könnte.
„Es geht nicht nur ums Aufräumen, sondern um ein Signal: Wir wollen in einer sauberen und lebenswerten Umgebung leben“, sagte ein Teilnehmer in Lübeck.
Signal aus Schleswig-Holstein
Mit den zahlreichen Aktionen setzte Schleswig-Holstein ein deutliches Zeichen gegen Vermüllung und für mehr Verantwortung im Alltag. Auch wenn ein einzelner Tag nicht alle Probleme lösen könne, so zeige die große Beteiligung doch, dass vielen Menschen die Sauberkeit ihrer Umwelt am Herzen liege.
Der „World Cleanup Day“ erinnerte so eindrucksvoll daran, dass Engagement im Kleinen große Wirkung entfalten kann – wenn viele gemeinsam anpacken.