Der Jahresabschluss 2024 der WSB Windpark Queis GmbH & Co. KG zeigt eine deutliche Verschlechterung der Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr. Während die Gesellschaft Ende 2023 noch rund 4,28 Mio. Euro auswies, sank dieser Wert bis zum 31. Dezember 2024 auf nur noch 2,84 Mio. Euro – ein Rückgang von mehr als einem Drittel.
1. Anlagevermögen kaum von Bedeutung
Das Anlagevermögen beträgt lediglich 3.818 Euro. Zwar sind erstmals immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 3.365 Euro enthalten, die jedoch für die Gesamtstabilität der Gesellschaft keine nennenswerte Rolle spielen. Die Sachanlagen stagnieren auf niedrigem Niveau. Damit ist das Anlagevermögen nicht der Stabilitätsanker, den Anleger sich von einem Windparkprojekt typischerweise versprechen würden.
2. Umlaufvermögen als zentrale Stütze
Das Umlaufvermögen macht den größten Teil der Bilanzsumme aus (2,81 Mio. Euro). Allerdings ging es im Vergleich zum Vorjahr stark zurück (4,25 Mio. Euro). Besonders auffällig ist der Rückgang bei den Forderungen, die von 1,63 Mio. Euro auf 597.000 Euro sanken. Ein solcher Abbau kann einerseits positiv sein, weil Außenstände realisiert wurden, andererseits reduziert er den kurzfristigen Handlungsspielraum. Positiv hervorzuheben ist, dass liquide Mittel in Höhe von 2,21 Mio. Euro weiterhin vorhanden sind – ein Zeichen, dass die Gesellschaft zumindest aktuell über eine solide Kassenbasis verfügt.
3. Eigenkapitalrückgang
Das Eigenkapital reduzierte sich von 2,68 Mio. Euro auf 2,04 Mio. Euro. Der wesentliche Grund liegt im negativen Kapitalkonto III der Kommanditisten, das von –2,21 Mio. Euro auf –2,85 Mio. Euro anstieg. Dies signalisiert, dass die laufenden Ergebnisse und Entnahmen das positive Kapitalkonto I (4,895 Mio. Euro) deutlich belasten. Für Anleger bedeutet das: Die Einlagen sind zwar nominell vorhanden, aber durch die negativen Entwicklungen im Ergebnisbereich stark eingeschränkt.
4. Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Die Rückstellungen sanken von 825.000 Euro auf knapp 508.000 Euro. Darin enthalten sind auch Rückbauverpflichtungen der Windkraftanlagen (188.800 Euro), die dauerhaft gebunden bleiben. Der Rückgang bei den Rückstellungen deutet auf die Auflösung von Reserven hin, was kurzfristig die Bilanz entlastet, langfristig aber neue Risiken bergen kann.
Die Verbindlichkeiten haben sich ebenfalls reduziert – von 771.000 Euro im Vorjahr auf 287.000 Euro. Davon betreffen 39.000 Euro Gesellschafterdarlehen. Der Abbau der Verbindlichkeiten ist positiv, zeigt aber auch, dass hierfür Liquidität eingesetzt wurde, die künftig im operativen Geschäft fehlt.
5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den bilanzierten Posten bestehen nicht in der Bilanz ausgewiesene Dauerschuldverhältnisse in Höhe von insgesamt rund 551.000 Euro, die sich aus Verwaltungs-, Wartungs- und Nutzungsverträgen ergeben. Diese fixen Kostenpositionen können in windschwachen Jahren oder bei geringeren Stromerlösen zur Belastung werden.
6. Anlegersicht – Chancen und Risiken
-
Chancen:
-
Solide Liquiditätsbasis mit über 2,2 Mio. Euro.
-
Abbau von Verbindlichkeiten deutet auf vorsichtige Konsolidierung hin.
-
Klare Struktur bei Rückstellungen für Rückbau und laufende Kosten.
-
-
Risiken:
-
Starker Rückgang der Bilanzsumme und des Eigenkapitals.
-
Belastung durch negatives Kapitalkonto der Kommanditisten.
-
Hohe laufende Verpflichtungen aus Wartungs- und Nutzungsverträgen, die auch bei geringeren Einnahmen erfüllt werden müssen.
-
Kaum Anlagevermögen vorhanden, was die Substanz schwächt.
-
Fazit:
Die WSB Windpark Queis GmbH & Co. KG befindet sich in einer gemischten wirtschaftlichen Lage. Einerseits verfügt sie über ausreichende Liquidität und konnte ihre Verbindlichkeiten abbauen, andererseits zeigt der Rückgang des Eigenkapitals und der Bilanzsumme, dass die Gesellschaft an Substanz verloren hat. Für Anleger bedeutet dies: Das Projekt bleibt stark abhängig von stabilen Erlösen aus der Stromproduktion. Wer investiert, sollte die strukturellen Risiken – insbesondere die negativen Kapitalkonten und die fixen Verpflichtungen – genau im Blick behalten.