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BaFin-Warnung: Enable Business Academy, WhatsApp-Gruppen und die Apps TG TradeX und TG TradePlus

DanXaw (CC0), Pixabay

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Angeboten der Enable Business Academy, die unter anderem über WhatsApp-Gruppen wie „Aktienmarkt Insights DE 777“ oder „VIPX605-Ressourcen-Linkseite-Enable“ verbreitet werden. Nach Erkenntnissen der Aufsicht besteht der Verdacht, dass dort ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten werden.

Unklare Hintergründe und falsche Behauptungen

  • Als angeblicher Leiter der Gruppen wird ein „Herr Professor Joris Tann“ genannt – zu dieser Person liegen der BaFin keinerlei Informationen vor.

  • In den Chats wird unter anderem ein Modell namens „AIA-Superplan-310%“ beworben sowie Aktienempfehlungen ausgesprochen.

  • Die Enable Business Academy tritt im Internet über die Seite enblinvest.com auf und bezeichnet sich dort auch als Enable Global Capital. Sie behauptet zudem, bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert zu sein. Diese Angabe ist falsch.

Typischer Ablauf solcher Geschäftsmodelle

Aus ähnlichen Fällen ist ein wiederkehrendes Muster bekannt:

  1. Anwerbung über soziale Medien: Mit Werbeanzeigen wird für kostenlose Aktienempfehlungen oder angebliches Börsenwissen geworben, oft unter Nutzung von Namen bekannter Experten oder Institutionen.

  2. Kontaktaufnahme über Messenger: Interessierte werden in WhatsApp- oder Telegram-Gruppen eingeladen, in denen ein vermeintlicher Experte sein Wissen teilt. Eine Assistenz moderiert und pflegt den Kontakt.

  3. Vertrauensaufbau: In Seminaren oder Chats werden angeblich lukrative Anlagemöglichkeiten vorgestellt und Kaufempfehlungen ausgesprochen.

  4. Vorstellung eines „Systems“: Nach einiger Zeit wird ein spezielles Investitionsmodell oder ein eigener Krypto-Token präsentiert, das hohe Gewinne verspricht.

  5. Interaktive Aktionen: Mitglieder sollen an täglichen Check-ins, Gewinnspielen oder Bonusaktionen teilnehmen.

  6. Handel über Apps oder Plattformen: Anleger werden zur Registrierung auf externen Handelsplattformen, eigenen Programmen oder Apps wie TG TradeX und TG TradePlus aufgefordert. Oft wird ein begrenzter Zugang suggeriert.

  7. Testphase: Kleine Testauszahlungen sollen Vertrauen schaffen. Einzahlungen erfolgen meist über ausländische Konten oder in Kryptowährungen.

  8. Druckphase: Mit der Zeit wird der Druck auf Anleger erhöht, mehr Geld einzuzahlen. Auszahlungen sind dann oft erschwert oder gar nicht mehr möglich.

  9. Wechselnde Plattformen: Webseiten und Apps verschwinden oder ändern ihre Erreichbarkeit regelmäßig.

Rechtliche Hinweise

In Deutschland dürfen Finanz-, Wertpapier- und Kryptodienstleistungen nur mit einer Erlaubnis der BaFin angeboten werden. Fehlt diese, handelt es sich um ein unerlaubtes Geschäft. Ob ein Unternehmen zugelassen ist, kann jederzeit in der Unternehmensdatenbank der BaFin überprüft werden.

Die Warnung der BaFin stützt sich auf § 37 Abs. 4 Kreditwesengesetz (KWG).

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