In Sachsen-Anhalt hat in diesen Tagen die Sonnenblumenernte begonnen. Die Landwirte zeigen sich vorsichtig optimistisch: Nach Einschätzung des Bauernverbands Anhalt dürfte die Ernte in diesem Jahr deutlich besser ausfallen als 2024.
Anbauflächen haben sich stark ausgeweitet
Die gelben Felder sind längst kein seltener Anblick mehr: In Sachsen-Anhalt stehen Sonnenblumen inzwischen auf rund 16.000 Hektar. Das ist mehr als das Dreifache der Fläche von vor drei Jahren. Damit zählt das Land – neben Brandenburg – zu den bundesweiten Spitzenreitern im Sonnenblumenanbau.
Besonders die Börde und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben sich als Schwerpunkte herausgebildet. Dort profitieren die Pflanzen von den vergleichsweise fruchtbaren Böden.
Klimafitte Alternative zu klassischen Feldfrüchten
Die Sonnenblume gilt als klimafeste Kulturpflanze. Sie verträgt Hitze und Trockenheit deutlich besser als etwa Mais oder Raps und benötigt weniger Pflanzenschutz. Angesichts zunehmend heißer und trockener Sommer setzen immer mehr Landwirte auf die Kultur.
Doch der Bauernverband betont: Die Umstellung erfolgt oft nicht aus reiner Überzeugung, sondern auch aus Notwendigkeit. Für viele andere Feldfrüchte fehlen praktikable Pflanzenschutzlösungen, was den Anbau erschwert. Die Sonnenblume sei daher für viele Betriebe eine Ausweichoption, die zugleich wirtschaftlich interessant ist.
Ertragserwartungen und Risiken
Die Landwirte rechnen in diesem Jahr mit guten Erträgen, die über dem Vorjahresniveau liegen. Dennoch bleiben Unsicherheiten:
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Trockenheit in den Sommermonaten kann die Entwicklung der Kerne beeinträchtigen.
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Späte Niederschläge kurz vor der Ernte können zu Qualitätsverlusten führen.
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Schädlinge sind zwar weniger problematisch als bei anderen Kulturen, aber ebenfalls ein Risiko.
Verwendung: Mehr als nur Sonnenblumenöl
Die geernteten Sonnenblumen werden vor allem für die Ölproduktion genutzt – ein gefragtes Produkt, das sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Gastronomie eingesetzt wird. Darüber hinaus finden die Pressrückstände Verwendung als eiweißreiches Futtermittel in der Tierhaltung. Auch für die Herstellung von Biodiesel spielt Sonnenblumenöl eine wachsende Rolle.
Bedeutung für die Landwirtschaft
Mit der Ausweitung des Sonnenblumenanbaus gewinnt Sachsen-Anhalt nicht nur ein neues wirtschaftliches Standbein, sondern auch ein Image-Thema: Die weithin sichtbaren Blütenfelder prägen die Landschaft, steigern den touristischen Wert und unterstreichen die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel.
Ausblick
Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte die Sonnenblume in den kommenden Jahren in Sachsen-Anhalt ähnlich bedeutend werden wie Raps. Fachleute sehen darin eine Chance, die Kulturvielfalt zu sichern und die Landwirtschaft robuster gegenüber den Folgen des Klimawandels aufzustellen.