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„Wortgetüm des Jahres“: Warum „Antidiskriminierungsbeauftragte“ eine sprachliche Barriere ist

okanakgul (CC0), Pixabay

Das Wort „Antidiskriminierungsbeauftragte“ ist von einer besonderen Jury zum „Wortgetüm des Jahres“ gewählt worden. Die Entscheidung fiel durch Erwachsene mit geringer Lese- und Schreibkompetenz, die damit aufzeigen wollen, wie schwer zugängliche Begriffe im Alltag zur Hürde werden können.

Ein sperriger Begriff mit 31 Buchstaben

Mit seinen 31 Buchstaben und mehreren zusammengesetzten Fremdwörtern gilt „Antidiskriminierungsbeauftragte“ als besonders schwer lesbar und schwer verständlich. Die Initiatoren betonen, dass gerade jene Menschen, die auf Unterstützung einer Antidiskriminierungsbeauftragten angewiesen sind, durch die komplizierte Bezeichnung abgeschreckt oder ausgegrenzt werden könnten.

Sprache als unsichtbare Barriere

Die Wahl verdeutlicht, dass Sprache nicht nur Mittel der Verständigung, sondern auch ein Hindernis sein kann. Lange Amts- und Fachbegriffe erschweren es vielen Bürgerinnen und Bürgern, ihre Rechte wahrzunehmen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies betrifft besonders Menschen mit geringer Lesekompetenz, Lernschwierigkeiten oder nicht-deutscher Muttersprache.

„Es ist paradox, dass ein Begriff, der eigentlich für mehr Teilhabe und Gleichstellung stehen soll, selbst exkludierend wirkt“, so die Begründung der Jury.

Forderung nach verständlicher Sprache

Mit der Auszeichnung wollen die Initiatoren ein Bewusstsein schaffen: Behörden und Institutionen sollen ihre Sprache so gestalten, dass sie für alle verständlich ist. Einfache und klare Formulierungen könnten dazu beitragen, die Distanz zwischen Bürgern und Verwaltung zu verringern.

Statt „Antidiskriminierungsbeauftragte“ schlagen Sprachkritiker etwa kürzere Alternativen wie „Gleichstellungsstelle“ oder „Ansprechstelle gegen Diskriminierung“ vor.

Symbol für Bürokratiedeutsch

Das „Wortgetüm des Jahres“ steht stellvertretend für viele andere Begriffe im Behördendeutsch, die Menschen verunsichern oder ausschließen. Es soll dazu anregen, über Sprache nachzudenken – und darüber, wie sie inklusiver gestaltet werden kann.

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