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Degag-Pleite: Milliardengrab am Immobilienmarkt – Tausende Anleger bangen um ihr Geld

Chronomarchie (CC0), Pixabay

Die Dimension des Degag-Skandals wird nun sichtbar: Zwei Wochen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für zentrale Firmen der Immobiliengruppe legt Insolvenzverwalter Rainer Eckert sein Gutachten vor. Das Ergebnis ist dramatisch – die Dachgesellschaft ist rechnerisch mit 1,1 Milliarden Euro überschuldet. Für rund 4.500 Privatanleger drohen hohe Verluste, vielleicht sogar der Totalverlust.

Das gescheiterte Geschäftsmodell

Die 2021 gegründete Degag wollte mit einem einfachen Prinzip groß werden: heruntergekommene Wohnblöcke in wenig gefragten Lagen Nord- und Westdeutschlands billig kaufen, sanieren und anschließend mit Mieten und Verkäufen Gewinne erzielen. Doch das Modell scheiterte: Viele Häuser waren nur teilweise vermietet, die Einnahmen reichten nicht aus. Ende 2024 fehlte Geld, um Anleger auszuzahlen.

Allein im vergangenen Jahr machte die Holding fast 17 Millionen Euro Verlust. Insgesamt sammelten die drei Emissionsfirmen rund 282 Millionen Euro von Anlegern ein, dazu kamen etwa 178 Millionen Euro Fremdkapital. Auf der Vermögensseite hingegen herrscht Leere: Der Insolvenzverwalter konnte bislang nur wenige Hunderttausend Euro sichern. „Wir haben keine Gesellschaft gefunden, bei der Gläubiger auf einen Überschuss hoffen dürfen“, so Eckert.

Ermittlungen und Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen mehrere Ex-Manager wegen Betrugsverdachts. Die Polizei hat sogar eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Besonders im Fokus steht der Einfluss des früheren Degag-Gründers Birger Dehne. Er soll laut verschiedenen Aussagen im Hintergrund weiterhin maßgeblich gelenkt haben – was er selbst jedoch abstreitet. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass Gelder in Millionenhöhe für andere Zwecke entnommen wurden.

Bittere Aussichten für Anleger

Für Anleger bleibt die Lage düster. Anwälte halten es für fraglich, ob überhaupt Kapital gerettet werden kann. Im schlimmsten Fall könnten Investoren sogar Rückzahlungen bereits erhaltener Ausschüttungen leisten müssen – weil die Degag womöglich schon Ende 2023 insolvent gewesen sei.

Eine Sanierung schließt der Insolvenzverwalter derzeit aus. Zwar gebe es Investoren, doch diese interessierten sich nur für einzelne Immobilien, nicht für die Gruppe als Ganzes. Damit bleibt nur die Abwicklung.

Ein neuer Großskandal

Der Degag-Kollaps reiht sich ein in eine Serie von Finanz- und Immobilienskandalen in Deutschland. Doch die Dimension ist gewaltig: Tausende Anleger stehen vor existenziellen Verlusten, die Justiz ermittelt – und ein Geschäftsmodell, das einst große Versprechen machte, entpuppt sich als Milliardenfalle.

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