Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des TÜV Nord in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. Nachdem die Arbeit in Hamburg bereits gestern niedergelegt wurde, folgten am Donnerstag auch Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Auswirkungen auf Autofahrer und Prüflinge
Nach Angaben von Gewerkschaft und TÜV Nord müssen sich Kunden auf Ausfälle und Verzögerungen einstellen. Betroffen sind sowohl Hauptuntersuchungen für Fahrzeuge als auch Führerscheinprüfungen. Wer kurzfristig einen Termin hat, muss mit Wartezeiten oder Absagen rechnen.
„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger“, erklärte ein Verdi-Sprecher, „aber ohne Druck bewegt sich auf Arbeitgeberseite nichts.“
Aktionen in mehreren Städten
Die Streikenden versammeln sich unter anderem in Hamburg, Hannover, Kiel und Rostock zu Kundgebungen und Protestaktionen. Verdi will damit vor der nächsten Verhandlungsrunde in der kommenden Woche die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen und ihre Forderungen untermauern.
Hintergrund: Tarifverhandlungen stocken
Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 6.000 Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen und deutliche Gehaltssteigerungen, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen. Zudem gehe es um Regelungen zur Arbeitszeit sowie um höhere Ausbildungsvergütungen.
Der TÜV Nord hat die Warnstreiks kritisiert. Man sei weiterhin an konstruktiven Gesprächen interessiert, hieß es in einer Stellungnahme.
Nächster Verhandlungstermin
Die Tarifparteien treffen sich in der kommenden Woche erneut. Verdi kündigte an, dass die Warnstreiks nur ein erster Schritt seien – sollte es keine Annäherung geben, seien weitere und härtere Arbeitskampfmaßnahmen denkbar.