In der norditalienischen Provinz Sondrio wird seit mittlerweile zwei Tagen ein 66-jähriger deutscher Tourist vermisst. Er war in der Bergregion Valchiavenna unterwegs, einer beliebten Gegend für Wanderer und Natururlauber nördlich des Comer Sees und nahe der Schweizer Grenze. Trotz intensiver Bemühungen der Rettungskräfte gibt es bislang keine Spur von dem Mann.
Letzte Spuren bei Uschione
Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurde der Vermisste zuletzt in der Umgebung von Uschione, einem abgelegenen Bergdorf oberhalb von Chiavenna, gesehen. Dort steht seit mehreren Tagen sein Auto, das offenbar von ihm selbst abgestellt wurde. In der Nähe entdeckten Einsatzkräfte zudem einen Rucksack und ein Paar Wanderschuhe – Hinweise darauf, dass der Mann sich auf eine Bergtour begeben haben könnte. Ob er in festem Schuhwerk weiterging oder möglicherweise in Schwierigkeiten geraten ist, ist bislang unklar.
Aufwendige Suchaktion
Die italienische Bergrettung (Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico, CNSAS) hat zusammen mit Feuerwehr, Carabinieri und freiwilligen Helfern eine großangelegte Suchaktion gestartet. Dabei kommen Spürhunde sowie ein Hubschrauber zum Einsatz, um auch schwer zugängliche Steilhänge und bewaldete Abschnitte abzusuchen. Lokale Medien berichten, dass das Gelände in der Region teils extrem unwegsam sei, was die Suche erheblich erschwere.
Die Retter arbeiten in Schichten, da die Suche im alpinen Gelände bei Nacht zu gefährlich wäre. Jeder Tag zählt, weil die Chancen, den Vermissten lebend zu finden, mit fortschreitender Zeit sinken.
Risiken in der Region
Die Valchiavenna ist landschaftlich spektakulär, gilt aber auch als anspruchsvoll. Steile Hänge, enge Schluchten und schnell wechselnde Wetterbedingungen stellen selbst für erfahrene Wanderer ein Risiko dar. Immer wieder kommt es dort zu Bergunfällen oder Fällen von Erschöpfung, wenn Wanderer nicht ausreichend vorbereitet sind.
Offene Fragen
Die Behörden schließen derzeit weder einen Unfall noch gesundheitliche Probleme aus. Auch die Möglichkeit, dass der Tourist bewusst von den markierten Wegen abgewichen sein könnte, wird in Betracht gezogen. Hinweise von Einheimischen oder anderen Wanderern, die den Mann gesehen haben könnten, werden derzeit überprüft.
Ausblick
Die Suchmaßnahmen sollen auch in den kommenden Tagen weiter intensiviert werden – vorausgesetzt, die Wetterbedingungen bleiben stabil. Für die Familie des Vermissten und die Helfer vor Ort bleibt die Hoffnung, dass der 66-Jährige noch rechtzeitig gefunden wird.