Nach einem Jahr voller Wetterextreme blicken die Winzerinnen und Winzer in Niederösterreich mit neuer Hoffnung auf das Weinjahr 2025. Die Hauptlese beginnt in wenigen Wochen, und bereits jetzt ist die Stimmung unter den Weinbäuerinnen und -bauern so gut wie lange nicht mehr.
Perfekte Bedingungen für kräftige Aromen
„Heuer schaut alles nach einem richtig super Jahrgang aus“, schwärmt Winzerin Sophie Hromatka aus Wölbing im Traisental. Die frühere Bundesweinkönigin erklärt: „Letztes Jahr hatten wir Frost, Hagel und große Hitze. Heuer hingegen hat das Wetter perfekt mitgespielt: Kühle Nächte, ausreichend Niederschlag und keine extremen Temperaturschwankungen während der Blütezeit.“ Diese Faktoren begünstigen laut Hromatka die Entwicklung kräftiger Aromen und eine ausgewogene Säurestruktur.
Ein entscheidender Vorteil in diesem Jahr seien die großen Tag-Nacht-Temperaturunterschiede. Diese fördern nicht nur die Aromatik, sondern auch die Bildung von Zucker und die Entwicklung komplexer Geschmacksprofile. Besonders die klassischen Sorten wie Grüner Veltliner, Riesling und Zweigelt dürften von diesen Bedingungen profitieren.
Verjus-Ernte läuft bereits
Während die Hauptlese erst in zwei bis drei Wochen beginnt, läuft bei einigen Betrieben bereits die Vorernte für Verjus. Dieser Saft aus unreifen Trauben wird zunehmend als kulinarisches Trendprodukt entdeckt, insbesondere in der gehobenen Gastronomie. Er gilt als gesunde Alternative zu Essig oder Zitrone und findet Anwendung in Salatdressings, Marinaden und Getränken.
Klimawandel als Dauerherausforderung
Trotz der derzeit idealen Bedingungen bleibt der Klimawandel eine konstante Herausforderung. In den letzten Jahren mussten sich die Weinbaubetriebe auf frühere Reifephasen einstellen. Höhere Temperaturen und unregelmäßige Niederschläge führten dazu, dass die Trauben in manchen Jahren deutlich früher gelesen werden mussten.
Hromatka erklärt: „Das Gute ist, wir wissen inzwischen, wie wir damit umgehen müssen. Wir passen unsere Lesezeitpunkte flexibel an, setzen auf Bewässerungstechnologien und schützen die Reben gezielter vor Sonnenbrand.“
Auch in Langenlois Zufriedenheit
In der Weinregion Langenlois (Bezirk Krems) zeigt sich auch Winzerin Eva Steininger hochzufrieden: „Wir hatten dieses Jahr wirklich Glück. Keine Hagelschäden, keine Frostnächte im Frühjahr, ausreichend Niederschlag und genügend Sonnenstunden. Die Trauben sind gesund und reif. Wir können in den nächsten zwei bis drei Wochen mit der Hauptlese beginnen.“
Fazit
Das Weinjahr 2025 könnte in Niederösterreich zu den besten der letzten Jahrzehnte zählen – sowohl qualitativ als auch mengenmäßig. Die Betriebe sind bestens vorbereitet, die Rebstöcke stehen kräftig da, und die Witterungsbedingungen haben bislang alles gehalten, was sich Winzerherzen wünschen.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass kein Wetterumschwung oder Schädlingsbefall die positiven Erwartungen kurz vor der Lese noch trübt. Sollte alles wie geplant verlaufen, können sich Weinliebhaber auf einen außergewöhnlich aromatischen und balancierten Jahrgang freuen.