Die Zahl der Suizide ist weltweit in den vergangenen drei Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. Laut einer aktuellen Analyse, die im Fachjournal „Nature Mental Health“ veröffentlicht wurde, sanken die Suizidraten zwischen 1990 und 2021 im Durchschnitt um knapp 30 Prozent. Grundlage der Untersuchung sind Daten aus 102 Ländern, die auf den Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basieren.
Besonders starker Rückgang in einkommensstarken Ländern
In wohlhabenderen Staaten fiel der Rückgang sogar etwas deutlicher aus als im weltweiten Mittel. Die Forschenden führen dies unter anderem auf den besseren Zugang zu psychiatrischer und psychologischer Versorgung, auf eine breitere gesellschaftliche Diskussion über psychische Gesundheit sowie auf effektivere Präventionsmaßnahmen zurück.
Gründe für den Rückgang
Als entscheidenden Faktor nennt das Forschungsteam die Förderung einer verantwortungsvollen Medienberichterstattung über Suizide. Studien belegen, dass sensationsheischende oder verklärende Darstellungen in Zeitungen oder sozialen Medien das Risiko sogenannter Nachahmungstaten („Werther-Effekt“) erhöhen können. Viele Länder haben in den vergangenen Jahren Leitlinien für Journalistinnen und Journalisten eingeführt, die einen sensiblen Umgang mit dem Thema vorschreiben.
Darüber hinaus werden auch gesellschaftliche Entwicklungen genannt:
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Mehr Aufklärung über psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen.
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Hotlines und Notfallangebote wie Telefonseelsorge und Krisendienste, die rund um die Uhr erreichbar sind.
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Gesetzliche Maßnahmen zur Suizidprävention, etwa Beschränkungen beim Zugang zu besonders häufig genutzten Mitteln.
Suizid bleibt globale Herausforderung
Trotz des positiven Trends warnen Fachleute jedoch davor, das Thema zu verharmlosen. Suizid zählt nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen weltweit – insbesondere bei jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Laut WHO sterben jedes Jahr mehr als 700.000 Menschen durch eigene Hand.
Die Forschenden betonen daher, dass weiterhin große Anstrengungen notwendig seien, insbesondere in ärmeren Ländern, in denen Präventionsangebote und psychiatrische Versorgung nur unzureichend vorhanden sind.