Die südfranzösische Stadt Nîmes hat die im Juli verhängte nächtliche Ausgangssperre für Jugendliche verlängert. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, soll die Regelung bis zum Ende der Sommerferien in Kraft bleiben. Ziel sei es, Minderjährige besser vor der eskalierenden Drogengewalt zu schützen.
Maßnahme seit Juli in Kraft
Bereits seit dem 21. Juli gilt in sechs besonders betroffenen Stadtvierteln eine Einschränkung: Jugendliche unter 16 Jahren dürfen dort zwischen 21 Uhr und 6 Uhr nicht allein auf die Straße gehen. Die Stadt spricht von einer präventiven Maßnahme, um zu verhindern, dass junge Menschen in die Konflikte rund um den Drogenhandel hineingezogen oder selbst zu Opfern werden.
Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel
Hintergrund ist eine Welle von Gewaltverbrechen, die Nîmes seit Monaten erschüttert. Immer wieder kommt es in den betroffenen Vierteln zu Schießereien, Anschlägen und Auseinandersetzungen rivalisierender Banden, die um die Kontrolle des lukrativen Drogenmarkts kämpfen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hatte die Stadt im vergangenen Jahr bereits als einen der Brennpunkte des Drogenhandels bezeichnet.
Schutz und Kritik
Während Befürworter die Maßnahme als wichtigen Schutzschild für Kinder und Jugendliche sehen, gibt es auch kritische Stimmen. Sie warnen vor einer Stigmatisierung ganzer Stadtviertel und fordern mehr soziale Präventionsarbeit, Bildungsangebote und Polizeipräsenz, um den Teufelskreis aus Gewalt, Kriminalität und Perspektivlosigkeit zu durchbrechen.
Frankreich kämpft mit ähnlichen Problemen
Nîmes ist kein Einzelfall. Auch in anderen französischen Städten kommt es immer wieder zu ähnlichen Gewaltausbrüchen im Zusammenhang mit Drogenhandel, etwa in Marseille oder Lyon. Die Regierung in Paris setzt deshalb zunehmend auf eine Mischung aus verstärkter Polizeiarbeit, repressiven Maßnahmen und Präventionsprogrammen.