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Erfolgsversprechende mRNA-Impfstoff-Tests gegen Maul- und Klauenseuche

maxmann (CC0), Pixabay

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hat einen wichtigen Durchbruch in der Tiermedizin erzielt: Ein neu entwickelter mRNA-Impfstoff gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) zeigte in ersten Tests eine hohe Wirksamkeit. Die geimpften Rinder blieben nach einer Infektion symptomfrei.

Eine der gefährlichsten Tierseuchen

Die Maul- und Klauenseuche gilt als eine der ansteckendsten Tierseuchen bei Paarhufern wie Rindern, Schweinen oder Schafen. Ein Ausbruch hat meist schwerwiegende wirtschaftliche Folgen, da umgehend Exportverbote für Fleisch- und Milchprodukte greifen. Erst im Januar war in Brandenburg ein Betrieb mit 14 Wasserbüffeln betroffen.

Internationale Zusammenarbeit

Entwickelt wurde der Impfstoff von Forschern im australischen Bundesstaat New South Wales und dem US-Unternehmen Tiba Biotech. Die Tests am FLI mit insgesamt 24 Rindern verliefen erfolgreich. „Wir haben gesehen, dass die Rinder nach der Infektion nicht klinisch erkrankt sind“, erklärte Projektleiter Michael Eschbaumer. Damit sei es der weltweit erste mRNA-Impfstoff gegen MKS, der erfolgreich an Großtieren getestet wurde.

Vorteile gegenüber klassischen Impfstoffen

Bislang basieren Impfstoffe gegen MKS auf inaktivierten Vollviren. Das bedeutet, dass große Mengen des hochgefährlichen Virus in speziellen Hochsicherheitslaboren vermehrt und anschließend unschädlich gemacht werden müssen – ein kosten- und sicherheitsintensiver Prozess.

Im Gegensatz dazu enthalten mRNA-Impfstoffe nur die genetische Bauanleitung für bestimmte Virusproteine. Erst im Körper des geimpften Tieres werden diese produziert, woraufhin das Immunsystem die gewünschte Abwehrreaktion entwickelt.

„Der neue Impfstoff ist nicht nur wirksam, sondern auch deutlich sicherer in der Herstellung. Es muss kein infektiöses Virus mehr in großem Maßstab produziert werden“, so Eschbaumer.

Bedeutung für die Seuchenbekämpfung

Die neuen Erkenntnisse könnten die Tierseuchenbekämpfung revolutionieren. Da die Produktion von mRNA-Impfstoffen wesentlich einfacher und schneller möglich ist, ließen sich im Ernstfall rasch große Mengen bereitstellen. Auch für andere Tierseuchen, wie etwa die Vogelgrippe, laufen bereits Forschungsarbeiten mit dieser Technologie.

Ausblick

Bis zur breiten Anwendung ist es allerdings noch ein weiter Weg: Der Impfstoff muss in größeren Studien erprobt, zugelassen und für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis vorbereitet werden. Dennoch gilt der Fortschritt als Meilenstein im Kampf gegen eine der größten Bedrohungen für die Nutztierhaltung weltweit.

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