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Immer mehr Hunde im Cannabis-Rausch: Tierärzte in Bayern schlagen Alarm
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Immer mehr Hunde im Cannabis-Rausch: Tierärzte in Bayern schlagen Alarm

MolnarSzabolcsErdely (CC0), Pixabay

In Bayern beobachten Tierärzte eine deutliche Zunahme von Notfällen bei Hunden, die Cannabis aufgenommen haben. Seit der Legalisierung der Droge häufen sich die Fälle von Vergiftungen, die für die Tiere mitunter lebensgefährlich enden können.

Zunehmende Notfälle in Münchner Tierklinik

Vor allem in der Kleintier-Notaufnahme der Ludwig-Maximilians-Universität in München häufen sich die Fälle. Der leitende Oberarzt René Dörfelt berichtet: „Wir sehen derzeit zwei bis vier Hunde pro Woche mit einer THC-Vergiftung – je nach Wetterlage. Seit der Legalisierung hat sich die Zahl der Fälle verdoppelt bis verdreifacht.“

Das Gift für die Vierbeiner ist das Tetrahydrocannabinol (THC), der berauschende Wirkstoff in Marihuana und Haschisch. Häufig nehmen die Hunde die Substanz unbemerkt beim Spaziergang auf – etwa in Form von achtlos weggeworfenen Joints oder Speiseresten, die Cannabis enthalten.

Symptome: Vom „High-Sein“ bis zum Herzstillstand

Die betroffenen Hunde zeigen eindeutige Anzeichen: Sie torkeln, urinieren unkontrolliert, wirken schreckhaft, haben stark geweitete Pupillen und fallen oft in einen apathischen Zustand. „Im Grunde ist der Hund high – das mag auf den ersten Blick amüsant erscheinen, kann aber lebensgefährlich sein“, warnt Dörfelt.

Besonders problematisch: Im Gegensatz zum Menschen gibt es bei Hunden keine schnelle Möglichkeit, den THC-Gehalt im Körper per Blut- oder Urintest festzustellen. Die Tierärzte müssen daher allein nach den Symptomen behandeln, was die Einschätzung des Vergiftungsgrades erschwert.

Gefahr für Leben und Gesundheit

Die Wirkung von THC setzt beim Hund schon nach 20 bis 30 Minuten ein. Je nach Dosis kann es zu leichten Rauschzuständen, aber auch zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Koma oder gar Herzstillstand kommen. Deshalb gilt: Schnelles Handeln ist entscheidend. Hundehalter sollten beim geringsten Verdacht sofort eine Tierklinik aufsuchen.

„Wir sehen Fälle, die harmlos verlaufen, aber auch sehr schwere, bei denen es um Leben und Tod geht“, betont Dörfelt.

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