In den frühen Morgenstunden des Donnerstags hat sich in Lübeck-St. Jürgen ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Gegen 8 Uhr verlor die Fahrerin eines Linienbusses beim Verlassen einer Wendeschleife die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus kam von der Fahrbahn ab und prallte frontal in die Hauswand eines Mehrfamilienhauses an der Vorrader Straße.
Nach Angaben der Polizeidirektion Lübeck erlitten insgesamt sieben Personen – darunter auch die Busfahrerin – leichte Verletzungen. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt und anschließend zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Gebäude evakuiert – Statik unter Beobachtung
Durch den Aufprall wurde die Gebäudestruktur in Mitleidenschaft gezogen. Aus Sicherheitsgründen räumte die Feuerwehr das gesamte Mehrfamilienhaus. Spezialkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sind gemeinsam mit Statikern im Einsatz, um die Stabilität des Hauses zu überprüfen und weitere Schäden zu verhindern.
Bergung des Busses im Gange
Die Bergungsarbeiten gestalten sich aufwendig. Schweres Gerät ist im Einsatz, um den Linienbus vorsichtig aus der Hauswand zu ziehen, ohne das Mauerwerk weiter zu beschädigen. Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt die Vorrader Straße vollständig gesperrt. Die Kronsforder Allee ist nur halbseitig befahrbar, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im morgendlichen Berufsverkehr führt.
Ursachenforschung läuft
Zur Ermittlung der genauen Unfallursache wurde ein unabhängiger Gutachter hinzugezogen. Ob ein technischer Defekt, ein medizinischer Notfall oder ein Fahrfehler der Auslöser war, ist bislang unklar. Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfallhergang beobachtet haben, sich zu melden.
Anwohner unter Schock
Mehrere Bewohner schilderten, dass der Aufprall wie eine Explosion wirkte. „Das ganze Haus hat gewackelt, ich dachte erst, es wäre ein Erdbeben“, so eine Anwohnerin. Die evakuierten Bewohner wurden in der Zwischenzeit in Notunterkünften und bei Verwandten untergebracht.