Aus Anlegersicht zeigt der Jahresabschluss 2024 der Windpark Bornhausen GmbH & Co. KG ein gemischtes Bild: Der operative Betrieb ist nach Abschluss der Bauphase voll angelaufen, und die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 0,6 Mio. € auf 4,48 Mio. € gesteigert. Das unterstreicht, dass die sechs modernen Vestas-Anlagen nun planmäßig Strom einspeisen und Erlöse generieren.
Trotz dieser Verbesserung weist das Unternehmen erneut einen Jahresfehlbetrag aus – mit rund 619 T€ zwar niedriger als im Vorjahr (1,16 Mio. €), aber immer noch negativ. Die Verluste sind erklärbar durch hohe Abschreibungen (2,59 Mio. €) infolge der erstmaligen Abnahme der letzten drei Anlagen im Februar 2024 sowie durch erhebliche Zinslasten von 1,33 Mio. €.
Besonders ins Auge fällt die hohe Verschuldung: Die Bankverbindlichkeiten belaufen sich auf knapp 31,82 Mio. €, gesichert durch Pfandrechte an Anlagen und Grundstücken. Damit ist das Fremdkapital im Verhältnis zum Eigenkapital (10,48 Mio. €) weiterhin sehr hoch. Die Zinsbelastung bleibt damit ein wesentlicher Einflussfaktor für die künftige Ergebnisentwicklung.
Positiv ist, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stark gesenkt werden konnten (von 17,47 Mio. € auf 0,47 Mio. €) und dass die liquiden Mittel auf 1,13 Mio. € gestiegen sind. Zudem sind keine existenzbedrohenden Risiken erkennbar – langfristige Einspeisevergütungen nach EEG und Wartungsverträge sichern planbare Einnahmen.
Für Anleger bedeutet dies: Der Windpark ist technisch in Betrieb, die Erlöse entwickeln sich positiv, und ein Übergang aus der Bau- in die Betriebsphase ist erfolgt. Dennoch sind die hohen Abschreibungen und Zinsaufwendungen ein Belastungsfaktor, der in den kommenden Jahren eine schnelle Ergebnisverbesserung erschweren dürfte. Die Prognose der Geschäftsführung für 2025 – ein leicht verbessertes Ergebnis – erscheint realistisch, setzt aber stabile Windverhältnisse und keine unerwarteten Betriebsausfälle voraus.
Mittel- bis langfristig hängt die Attraktivität der Anlage vor allem davon ab, wie konsequent Schulden abgebaut werden und ob Stromerlöse oder langfristige Fixpreisverträge über dem Zuschlagswert zusätzliche Erträge sichern können. Anleger sollten die Entwicklung der Liquidität und die Tilgungspläne im Blick behalten, da diese die finanzielle Stabilität maßgeblich bestimmen.