Präsident Donald Trump hat erklärt, er sei nicht in die Entscheidung eingebunden gewesen, die verurteilte Sexualstraftäterin Ghislaine Maxwell in eine weniger strenge Haftanstalt in Texas zu verlegen. Die Maßnahme hat unter den Opfern von Maxwell und deren Angehörigen große Empörung ausgelöst.
„Ich wusste überhaupt nichts davon“, sagte Trump auf eine Journalistenfrage hin. „Ich habe es genauso aus den Medien erfahren wie Sie.“ Maxwell war zuvor in einem Gefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe in Tallahassee (Florida) inhaftiert gewesen und wurde nun in das Bundesgefängnis Bryan in Texas verlegt – ein Mindestsicherheitslager, in dem unter anderem auch Elizabeth Holmes (Ex-Theranos-CEO) und Reality-Star Jen Shah einsitzen.
Interview mit Trumps Justizbeamtem als möglicher Auslöser
Kurz vor der Verlegung wurde Maxwell von Todd Blanche, Trumps stellvertretendem Justizminister und früherem Verteidiger im New Yorker Strafprozess, in Florida befragt. Ob dieses Gespräch im Zusammenhang mit der Gefängnisverlegung steht, ist unklar – Protokolle wurden bislang nicht veröffentlicht.
Trump sagte, alles, was von Blanche initiiert worden sei, „wäre sicherlich angemessen“. Die US-Regierung hat bislang nicht erklärt, ob Maxwells Aussage zu neuen rechtlichen Schritten oder Gerechtigkeit für die Opfer führen wird.
Kritik: „Ungehört und unverantwortlich“
Die Reaktionen auf Maxwells Verlegung fallen scharf aus. Opfer und Angehörige werfen der Regierung vor, Täter zu bevorzugen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die Geschwister der im April verstorbenen Epstein-Überlebenden Virginia Giuffre, zusammen mit den Überlebenden Annie und Maria Farmer:
„Präsident Trump hat heute ein deutliches Zeichen gesetzt: Pädophile verdienen Sonderbehandlung – ihre Opfer zählen nicht.“
Auch der frühere Gefängnisleiter Robert Hood äußerte gegenüber der Washington Post Kritik: Maxwells neues Gefängnis sei „ein Country Club“ – und für verurteilte Sexualstraftäter*innen völlig untypisch. „Das ist eigentlich undenkbar“, sagte er.
Hintergrund
Ghislaine Maxwell, Tochter des britischen Medienunternehmers Robert Maxwell, wurde 2021 wegen Sexhandels mit Minderjährigen verurteilt. Sie gilt als zentrale Figur im Missbrauchsnetzwerk des inzwischen verstorbenen US-Finanziers Jeffrey Epstein, mit dem auch Trump in den frühen 2000er-Jahren in Kontakt stand. Das Verhältnis zwischen Trump und Epstein soll 2004 geendet haben.
Epstein starb 2019 in Untersuchungshaft in New York. Der Todesfall wurde offiziell als Selbstmord eingestuft. Die US-Behörden stehen seither unter öffentlichem Druck, insbesondere durch die Weigerung, FBI-Akten zur Epstein-Ermittlung zu veröffentlichen.