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Greenwashing-Vorwurf: Italien verhängt Millionengeldstrafe gegen Shein

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro gegen das Unternehmen Infinite Styles Services Co. Ltd verhängt – jenes Unternehmen, das in Europa für die umstrittene Fast-Fashion-Plattform Shein verantwortlich ist. Der Vorwurf: irreführende und unvollständige Angaben über die Umweltverträglichkeit und Recyclingfähigkeit der beworbenen Kleidungsstücke.

Konkret wirft die Behörde Shein vor, Greenwashing betrieben zu haben. In Werbematerialien sei suggeriert worden, dass bestimmte Produkte vollständig recycelbar seien oder Teil eines nachhaltigen Kreislaufsystems, obwohl dies mit Blick auf die verwendeten Materialien und derzeit verfügbare Recyclingtechnologien nicht der Realität entspreche.

Besonders ins Visier der Aufsichtsbehörde geriet die Produktlinie „evoluSHEIN by Design“, die als „nachhaltig“ oder „grün“ beworben wurde. Dabei habe es jedoch keine belastbaren Nachweise über Umweltvorteile entlang des gesamten Produktlebenszyklus gegeben. Zudem wurde kritisiert, dass die Kollektion nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Sortiments ausmacht – eine Tatsache, die gegenüber den Verbrauchern nicht ausreichend offengelegt worden sei.

Auch Sheins Klimaversprechen standen auf dem Prüfstand: Das Unternehmen hatte angekündigt, die CO₂-Emissionen bis 2030 um 25 Prozent zu senken und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Doch laut der Wettbewerbsbehörde seien diese Ziele widersprüchlich und wenig glaubwürdig, da Sheins Emissionen in den Jahren 2023 und 2024 weiter gestiegen seien – was im klaren Gegensatz zu den eigenen Umweltzielen stehe.

Die Behörde unterstreicht, dass Shein als Teil der stark umweltbelastenden Fast-Fashion-Industrie eine besondere Verantwortung trage. Das Unternehmen habe diese Verantwortung nicht wahrgenommen, sondern durch unzureichende Transparenz und überzogene Umweltversprechen das Vertrauen der Verbraucher*innen missbraucht. Die Strafzahlung sei daher notwendig gewesen, um einen klaren regulatorischen Akzent gegen irreführende Geschäftspraktiken im Bereich Nachhaltigkeit zu setzen.

Shein selbst hat bislang keine detaillierte Stellungnahme zu der Strafe veröffentlicht. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen gegen die Entscheidung juristisch vorgehen wird.

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