Angesichts der stetig steigenden Kosten in der stationären Pflege fordert BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht einen grundlegenden Kurswechsel in der Finanzierung: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sprach sie sich für einen „Pflegekostendeckel“ aus, der den Eigenanteil für Pflegeheimbewohner auf 1.000 Euro monatlich begrenzen soll.
„Die derzeitigen Eigenanteile grenzen an eine Enteignung der älteren Generation“, so Wagenknecht. Die Pflege im Heim entwickle sich zunehmend zur Armutsfalle, in der viele Betroffene ihre Ersparnisse und Vermögenswerte aufbrauchen müssten. Besonders alarmierend sei, dass mittlerweile jeder dritte Pflegeheimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen sei – eine Entwicklung, die sie als „inakzeptabel“ bezeichnete.
Wagenknecht kritisiert, dass der Sozialstaat seiner Verantwortung nicht gerecht werde: Pflege sei ein Grundrecht im Alter, kein Luxus. Ein klarer Kostendeckel solle für Planungssicherheit sorgen und verhindern, dass Angehörige oder Betroffene selbst unter massiven finanziellen Druck geraten.
Mit ihrer Forderung rückt die BSW-Vorsitzende ein Thema in den Fokus, das angesichts der alternden Gesellschaft zunehmend an Dringlichkeit gewinnt. Die Debatte um eine gerechtere Finanzierung der Pflege dürfte damit neuen Auftrieb erhalten – und auch für andere Parteien zum Prüfstein sozialpolitischer Glaubwürdigkeit werden.