Die bayerische Steuerfahndung nimmt zunehmend Social-Media-Influencer ins Visier. Wie das Landesamt für Steuern auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR) mitteilte, analysiert eine Spezialeinheit der Behörde aktuell rund 9.000 Datensätze, die von Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube übermittelt wurden.
Hintergrund: Die betreffenden Internetunternehmen mussten auf Anfrage Informationen zu Auszahlungen an Influencer bereitstellen. Diese offenbarten eine beeindruckende Summe: Rund 214 Millionen Euro flossen in den letzten Jahren an Influencer mit Wohnsitz in Bayern. Nun wird geprüft, ob diese Einkünfte korrekt versteuert wurden.
Die bayerische Aktion steht im Zusammenhang mit einem wachsenden Fokus der Steuerbehörden auf digitale Einkommensquellen. In Nordrhein-Westfalen hatten Ermittler jüngst aufgedeckt, dass Influencer rund 300 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben sollen – es laufen dort bereits rund 200 Strafverfahren.
Die bayerischen Steuerfahnder wollen nun klären, in welchem Umfang auch in Bayern Einnahmen nicht ordnungsgemäß gemeldet wurden. Es drohen Nachzahlungen, Strafverfahren und Bußgelder. Die Behörden appellieren an Influencer, sich steuerlich korrekt beraten zu lassen und sämtliche Einnahmen – etwa aus Werbung, Produktplatzierungen oder Affiliate-Links – vollständig in der Steuererklärung anzugeben.