Der frisch wiedergewählte US-Präsident Donald Trump ist am Freitag zu einem viertägigen Besuch in Schottland eingetroffen – seinem ersten Aufenthalt im Vereinigten Königreich seit der Wahl 2024. Offiziell ist die Reise „privat“, doch politische Gespräche, öffentliche Debatten und Sicherheitsbedenken sorgen bereits jetzt für Aufsehen.
Golf und Familienbande
Trump wird seine Zeit vor allem auf seinen eigenen Golfanlagen verbringen: dem Trump Turnberry Resort in South Ayrshire und dem Trump International Golf Links bei Menie in Aberdeenshire. Der Präsident hat in der Vergangenheit mehrfach betont, wie sehr ihm Schottland am Herzen liegt – nicht zuletzt, weil seine Mutter, Mary Anne MacLeod Trump, von der Isle of Lewis stammt.
Seine Resorts sind für ihn auch ein Herzensprojekt: In Turnberry und Menie investierte Trump Millionen, was laut eigenen Angaben Arbeitsplätze geschaffen habe – Angaben, die jedoch umstritten sind.
Politische Treffen mit Starmer und Swinney
Trotz der privaten Natur des Besuchs plant Trump politische Gespräche. So ist ein Treffen mit dem britischen Premierminister Sir Keir Starmer vorgesehen, angeblich in Aberdeen. Dabei soll es unter anderem um eine Vertiefung des kürzlich abgeschlossenen Handelsabkommens zwischen den USA und Großbritannien gehen.
Auch Schottlands First Minister John Swinney will Trump treffen – obwohl er sich zuvor skeptisch zu einem möglichen offiziellen Staatsbesuch im September geäußert hatte. Swinney betonte, man wolle bei dieser Gelegenheit „Schottlands Interessen vertreten“, insbesondere mit Blick auf internationale Themen wie Ukraine, Nahost und Zölle auf schottischen Whisky.
Doch nicht alle sind erfreut: Der schottische Grünen-Politiker Patrick Harvie nannte Swinneys Entscheidung, Trump zu empfangen, „tragisch“ und warf dem US-Präsidenten eine „faschistoide politische Agenda“ vor.
Massive Sicherheitsmaßnahmen – und hohe Kosten
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um Trump sind wie immer gewaltig: Air Force One, die gepanzerte Limousine „The Beast“ und eine riesige Entourage an Sicherheitskräften begleiten ihn. Die Police Scotland bereitet sich seit Wochen auf die Ankunft vor. Tausende Einsatzkräfte sollen laut Regierung im Einsatz sein.
Beim letzten Besuch Trumps in Schottland 2018 beliefen sich die Kosten auf über 14 Millionen Pfund – mit massiver Beteiligung des britischen Innenministeriums. In Zeiten knapper Polizeibudgets sorgt der Besuch daher für Kritik innerhalb der Gewerkschaft Scottish Police Federation, die auf Überlastung und fehlende Ressourcen hinweist.
Proteste erwartet
Trump polarisiert – in den USA und in Schottland. Schon 2018 begleiteten Tausende Demonstrierende seine Besuche in Edinburgh, Glasgow und Aberdeen. Damals wurde er bei einem Golfspiel in Turnberry ausgebuht, ein Paraglider flog mit einem Protestbanner über das Hotel.
Auch diesmal kündigen zahlreiche Gruppen Demonstrationen an. Unter ihnen der Grünen-Politiker Ross Greer, der Trump einen „gefährlichen Extremisten“ nennt und sich mit „den Opfern seiner Politik weltweit“ solidarisch zeigen will.
Trotz dieser Spannungen versicherte Police Scotland, man sei vorbereitet – für Proteste ebenso wie für den Schutz des US-Präsidenten und seiner Entourage.
Und was folgt?
Nach seiner privaten Schottlandreise wird Trump im September 2025 zu einem offiziellen Staatsbesuch zurückkehren. Dann wird er gemeinsam mit First Lady Melania auf Einladung des britischen Königspaars in Windsor Castle residieren.
Bis dahin wird Schottland für ein langes Wochenende zum Zentrum globaler Aufmerksamkeit – zwischen Golfturnier, Diplomatie und Demonstrationen.