Der berüchtigte ecuadorianische Drogenboss Jose Adolfo Macias Villamar, besser bekannt unter seinem Alias „Fito“, ist an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden. Das bestätigte die ecuadorianische Strafvollzugsbehörde Snai. Der mächtige Bandenchef wurde am Montag unter strenger Bewachung von Polizisten und Soldaten aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Guayaquil eskortiert und anschließend an US-Behörden übergeben.
Hintergrund der Auslieferung
„Fito“ war Anführer der berüchtigten Bande Los Choneros, die eng mit dem mexikanischen Sinaloa-Kartell zusammenarbeiten soll. Gemeinsam sollen die Organisationen den Drogenhandel zwischen Südamerika und den USA kontrolliert haben – ein milliardenschweres Geschäft.
Die US-Staatsanwaltschaft hat Macias Villamar bereits in Abwesenheit in sieben Fällen angeklagt, darunter:
-
Drogenschmuggel in großem Stil
-
Verschwörung
-
Verbrechen im Zusammenhang mit Schusswaffen
Im Falle einer Verurteilung droht dem 44-Jährigen lebenslange Haft.
Dramatische Vorgeschichte: Flucht und Gewaltwelle
Anfang 2024 war Macias Villamar spektakulär aus dem Gefängnis in Guayaquil geflohen. Seine Flucht führte zu einer massiven Eskalation der Bandengewalt in Ecuador:
-
Autobombenanschläge und Angriffe auf Sicherheitskräfte
-
Entführungen von Polizisten
-
Mehrere Morde im Auftrag krimineller Organisationen
Staatspräsident Daniel Noboa reagierte mit der Ausrufung eines landesweiten Notstands, der mehrere Monate anhielt.
Überfall auf Fernsehstudio schockierte Ecuador
Für internationales Aufsehen sorgte insbesondere ein Vorfall Anfang Januar: Schwer bewaffnete maskierte Männer stürmten während einer Livesendung ein Fernsehstudio des staatlichen Senders TC Televisión in Guayaquil. Die Täter nahmen Mitarbeiter als Geiseln – ein beispielloser Akt der Gewalt, der die prekäre Sicherheitslage im Land verdeutlichte.
Bedeutung für die Sicherheitslage
Mit der Auslieferung von „Fito“ an die USA hoffen die ecuadorianischen und US-Behörden, einen entscheidenden Schlag gegen das Drogenkartellnetzwerk in der Region zu führen. Experten warnen jedoch, dass die Strukturen der Banden weiterhin bestehen und die Gewalt nicht automatisch endet.