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Ex-Zahnarzt vor Gericht: Wie James Craig seine Frau mit Gift tötete – eine Chronologie

souandresantana (CC0), Pixabay

Der Mordprozess gegen den ehemaligen Zahnarzt James Craig hat begonnen und offenbart eine verstörende Geschichte: Der Familienvater von sechs Kindern soll seine Ehefrau Angela Craig systematisch über Wochen vergiftet haben – mit einer tödlichen Mischung aus Arsen, Zyankali und Augentropfen-Wirkstoffen.

Angela Craig starb im März 2023 nach mehreren Krankenhausaufenthalten. Erst später ergaben toxikologische Untersuchungen: Ihr Tod war kein tragischer medizinischer Zufall, sondern mutmaßlich das Ergebnis eines perfiden Mordplans. Ermittler und Staatsanwaltschaft rekonstruierten anhand von Internetrecherchen, Bestellungen und Zeugenaussagen den angeblichen Tathergang – ein Mord aus Liebe zu einer Geliebten, mit tödlichen Folgen für die Ehefrau.

Die Ereignisse im Überblick:

22.–25. Februar 2023

James Craig reist zu einer Zahnarztkonferenz nach Las Vegas. Dort trifft er Karin Cain, eine texanische Zahnärztin in Scheidung. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Affäre.

27. Februar

Craig legt ein neues E-Mail-Konto unter dem Namen „jimandwaffles“ an – im Behandlungszimmer seiner Praxis. Über diesen Account bestellt er Arsen über Amazon und recherchiert zu unauffälligen Giftstoffen und tödlichen Dosierungen.

28. Februar – 4. März

Craig googelt Sätze wie „Wie lässt man einen Mord wie einen Herzinfarkt aussehen?“ und bestellt weiter Gifte. Am 4. März wird das Arsen geliefert.

5.–6. März

Angela kehrt von einer Reise nach Utah zurück. Am Morgen des 6. März trinkt sie einen von Craig zubereiteten Proteinshake – kurz darauf wird sie benommen und schwindelig. Nach einem Krankenhausbesuch wird sie ohne Diagnose entlassen.

Craig bestellt später Oleandrin, einen hochgiftigen Pflanzenwirkstoff, und weist sein Team an, private Pakete nicht zu öffnen. Die Behörden fangen die Lieferung später ab.

7.–10. März

Angela fühlt sich weiter schlecht. Craig bestellt Kaliumzyanid bei einem Chemikalienhändler und kauft mehrfach große Mengen Augentropfen, die Tetrahydrozoline enthalten – ein Wirkstoff, der in hohen Dosen giftig ist. Am 9. März kollabiert Angela erneut und wird stationär aufgenommen.

Craig versucht der Chemiefirma gegenüber, sich als Chirurg auszugeben, der an einem medizinischen Forschungsprojekt arbeite – um die Zyankali-Bestellung zu legitimieren.

13.–14. März

Das Zyankali wird an Craigs Praxis geliefert. Eine Mitarbeiterin öffnet es – und beginnt zu ahnen, was vor sich geht. Craig bereitet am 14. März erneut einen Proteinshake für seine Frau zu – nur Stunden nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus.

Angela beginnt selbst, nach möglichen Ursachen für ihre Symptome zu suchen.

15. März – Zusammenbruch

Angela Craig leidet unter heftigem Schwindel und Kopfschmerzen. Nach einem weiteren Klinikbesuch erleidet sie einen Krampfanfall und wird auf die Intensivstation verlegt. Sie fällt ins Koma und wird später für hirntot erklärt.

Craig ruft seine Mitarbeiterin an und sagt: „Ich glaube nicht, dass sie die Nacht überlebt.“ Die Mitarbeiterin informiert daraufhin eine Kollegin über die Zyankali-Lieferung und ihre Bedenken. Craigs Geschäftspartner alarmiert schließlich eine Krankenschwester im Krankenhaus.

19. März

Angela wird von den lebenserhaltenden Geräten getrennt. Noch am selben Tag wird James Craig festgenommen und wegen Mordes ersten Grades angeklagt.

Neue Vorwürfe: Mordpläne hinter Gittern

Als wäre der Fall nicht schon skandalös genug, belastet eine neue Anklage den Ex-Zahnarzt zusätzlich: Während der Untersuchungshaft soll Craig versucht haben, weitere vier Menschen ermorden zu lassen – darunter möglicherweise Zeugen.

Ein Mord aus Kalkül und Kaltblütigkeit

Laut Staatsanwaltschaft verfolgte James Craig seinen Mordplan mit großer Geduld, technischer Raffinesse und tödlicher Konsequenz – aus dem Wunsch heraus, mit seiner Geliebten ein neues Leben zu beginnen. Der Prozess läuft derzeit vor dem Bezirksgericht in Arapahoe County, Colorado.

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