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BaFin rügt DEMIRE: Fehler im Konzernabschluss 2022 bei Immobilienbewertung und Schuldenausweis

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat im Rahmen einer Stichprobenprüfung erhebliche Fehler im offengelegten Konzernabschluss der DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate AG zum Stichtag 31. Dezember 2022 festgestellt.

Überbewertung einer Immobilie

Besonders ins Gewicht fällt die falsche Bewertung einer Immobilie. Diese war in der Konzernbilanz unter dem Posten „als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ mit 87,0 Mio. Euro ausgewiesen. Nach BaFin-Angaben ist dieser Wert jedoch um mindestens 12,5 Mio. Euro zu hoch.

Fehler bei langfristigen Schulden

Darüber hinaus wurden die langfristigen Schulden um 4,1 Mio. Euro zu niedrig ausgewiesen. Ursache ist das Fehlen von Kauf- und Verkaufsoptionen mit negativen beizulegenden Zeitwerten, die in der Bilanz hätten berücksichtigt werden müssen.

Mängel im Konzernanhang

Die BaFin bemängelt außerdem mehrere fehlende Pflichtangaben im Konzernanhang:

  • Es fehlt eine Sensitivitätsanalyse für mögliche negative Änderungen der Risikoparameter der erwähnten Optionen.

  • Quantitative Angaben zu den Kapitalisierungs- und Diskontierungsraten, die bei der Fair-Value-Bewertung der Immobilien verwendet wurden, sind nicht enthalten.

Rechtsgrundlage und Ziel der Veröffentlichung

Die BaFin ist seit dem 1. Januar 2022 allein zuständig für die Bilanzkontrolle kapitalmarktorientierter Unternehmen. Die rechtliche Basis hierfür bildet Abschnitt 16 Unterabschnitt 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG).

Die Veröffentlichung solcher Fehlerfeststellungen erfolgt gemäß § 109 Absatz 2 WpHG und soll Transparenz schaffen und das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte stärken.

Einordnung für Anleger

Die aufgedeckten Fehler betreffen wesentliche Bilanzpositionen, die für Investoren von hoher Relevanz sind:

  • Immobilienbewertung: Überbewertung könnte zu einer verzerrten Darstellung der Vermögenslage geführt haben.

  • Schuldenausweis: Unterbewertung der Verbindlichkeiten beeinflusst die Verschuldungsquote und Finanzkennzahlen.

  • Transparenz im Anhang: Fehlende Angaben erschweren die Risikobewertung für Investoren.

Für Anleger ist es wichtig zu beachten, dass solche Feststellungen das Vertrauen in die Bilanzqualität beeinträchtigen können. Die BaFin erwartet von DEMIRE nun eine Korrektur und umfassende Nachberichterstattung.

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