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Vorsicht vor Coaching-Fallen auf Instagram: Wenn der Traum vom Erfolg teuer wird

freestocks (CC0), Pixabay

Auf den ersten Blick wirkt es wie eine einfache Chance: In bunten Instagram-Posts wird ein Leben in finanzieller Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung versprochen – durch eine Ausbildung zum Life-Coach, Business-Coach oder Mentor. Der Einstieg soll schnell und unkompliziert sein. Doch hinter den vermeintlich seriösen Angeboten stecken häufig zweifelhafte Geschäftsmodelle, die vor allem eines kosten: viel Geld.

Typisch ist der Aufbau von künstlichem Zeitdruck: Interessierte sollen sich sofort melden – oft per WhatsApp. Es wird suggeriert, dass nur noch wenige Plätze verfügbar seien, oder dass der „perfekte Zeitpunkt für Veränderung“ jetzt sei. Diese Taktik zielt darauf ab, emotionale Entscheidungen herbeizuführen, bevor man sich kritisch mit dem Angebot auseinandersetzen kann.

Ein zentrales Problem: Die Bezeichnung Coach ist in Deutschland nicht geschützt. Das bedeutet, jeder kann sich so nennen – auch ohne fachliche Ausbildung oder psychologische Grundkenntnisse. Viele dieser Anbieter nutzen das aus, um über soziale Medien Reichweite aufzubauen und ein Gefühl von Nähe und Vertrauen zu erzeugen.

Die Kosten für solche Coaching-Programme sind hoch. Häufig beginnen sie mit einem kostenlosen Kennenlerngespräch oder einem günstigen Webinar. Danach werden Teilnehmer Schritt für Schritt zu weiteren, teureren Kursen gedrängt. Die Summen summieren sich nicht selten auf fünfstellige Beträge. Oft wird versprochen, dass der nächste Kurs den „entscheidenden Durchbruch“ bringen wird – was dazu führt, dass viele immer weiter investieren.

Kritisch ist auch die psychologische Abhängigkeit, in die Teilnehmer geraten können. Die Gruppendynamik in geschlossenen Chatgruppen, die wiederholte Betonung von „Mindset“ und „Commitment“ sowie das ständige Lob für investiertes Geld erzeugen Druck und emotionale Bindung. Wer zweifelt oder aussteigen möchte, wird häufig subtil abgewertet oder als „nicht bereit“ hingestellt.

Der finanzielle Schaden ist hoch, doch viele Betroffene schämen sich, auf die Versprechen hereingefallen zu sein. Das erschwert den Schritt zur Verbraucherzentrale oder zu rechtlichen Schritten. Hinzu kommt, dass die Vertragsbedingungen oft unklar und Rückforderungen schwer durchsetzbar sind.

Verbraucherschützer raten dringend zur Vorsicht. Wer ein Coaching-Angebot im Internet in Erwägung zieht, sollte die Qualifikation der Anbieter prüfen, keine überhasteten Entscheidungen treffen und skeptisch sein bei exklusiven Angeboten über WhatsApp oder Telegram. Und vor allem: Wer das Gefühl hat, unter Druck gesetzt oder manipuliert zu werden, sollte Abstand nehmen – unabhängig davon, wie vielversprechend das Angebot erscheint.

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