Im anhaltenden Handelskonflikt zwischen China und der Europäischen Union hat Peking nun einen weiteren Schritt gesetzt: Ab sofort erhebt China Strafzölle auf Brandy-Importe aus der EU. Das gab das chinesische Handelsministerium bekannt. Die Maßnahme tritt ab morgen in Kraft und betrifft europäische Exporteure mit Zollaufschlägen zwischen 28 und 35 Prozent.
Vorwurf: Dumping bei Weinbrand
Laut Peking sollen mehr als 60 europäische Hersteller, überwiegend aus Frankreich, betroffen sein. Der Vorwurf: Dumpingpreise. Die EU-Produzenten sollen ihre Brände zu künstlich niedrigen Preisen auf dem chinesischen Markt verkauft haben – mit dem Ziel, einheimische Hersteller zu verdrängen und sich einen unlauteren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Frankreich im Fokus
Frankreich ist traditionell der bedeutendste Exporteur von Brandy und Cognac in die Volksrepublik. Für viele französische Produzenten ist China ein zentraler Absatzmarkt. Entsprechend groß ist die Sorge in der Branche: Der Export könnte durch die neuen Zölle empfindlich einbrechen, sollten die Aufschläge nicht schnell wieder fallen.
Reaktion aus Europa steht noch aus
Die EU-Kommission hat bislang noch nicht offiziell auf die Maßnahme reagiert. Beobachter sehen die chinesische Entscheidung jedoch als Vergeltung für jüngste EU-Zölle auf chinesische Elektroautos – und als klares Signal, dass Peking bereit ist, auch europäische Traditionsbranchen ins Visier zu nehmen.
Handelskonflikt auf neuer Eskalationsstufe
Die Zölle auf Weinbrand zeigen: Der Wirtschaftskonflikt zwischen China und der EU spitzt sich weiter zu. Während beide Seiten öffentlich betonen, am Dialog festhalten zu wollen, nehmen die gegenseitigen Strafmaßnahmen zu – mit unkalkulierbaren Risiken für die bilateralen Handelsbeziehungen.