Nach einer tödlichen Messerattacke am Donnerstagabend im Phoenix-Center in Hamburg-Harburg sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Bei der Auseinandersetzung wurde ein 25 Jahre alter Mann so schwer verletzt, dass er trotz Reanimationsversuchen im Krankenhaus starb.
Streit eskalierte im Food-Court
Der Angriff ereignete sich gegen 17:30 Uhr im Bereich des Food-Courts im Untergeschoss des Einkaufszentrums. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der Messerattacke ein Streit vorausgegangen. Handy-Aufnahmen zeigen, wie das Opfer schwer verletzt auf einer Bank vor einem Asia-Imbiss sitzt, während Zeugen versuchen, die Blutungen mit Papiertüchern zu stillen.
Der mutmaßliche Angreifer flüchtete zunächst, konnte aber kurz darauf von Passanten gestellt und von der Polizei festgenommen werden.
Täter und Opfer kannten sich
Beide Männer sind syrischer Herkunft und 25 Jahre alt. Nach Angaben der Polizei kannten sie sich offenbar. Nach Informationen von NDR 90,3 ging es bei dem Streit wohl um eine Frau aus der Familie des mutmaßlichen Täters. Die genauen Hintergründe hält die Polizei bislang zurück. Gegen den Verdächtigen wurde am Freitag Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.
Einkaufszentrum evakuiert
Nach dem Vorfall wurde das Einkaufszentrum mit rund 90 Geschäften vollständig evakuiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, auch die angrenzende Moorstraße wurde gesperrt.
Politische Reaktionen: CDU fordert Konsequenzen
Die Tat hat in Hamburg erneut eine Debatte über die Sicherheitslage ausgelöst. Dennis Gladiator, innenpolitischer Sprecher der CDU, sprach von einem „Normalzustand“ bei Gewaltverbrechen in Hamburgs Straßen und forderte den rot-grünen Senat zum Handeln auf. Die CDU verlangt mehr Polizei auf den Straßen, zusätzliche Waffenverbotszonen, mehr Videoüberwachung und eine personell stärkere Justiz, um solchen Taten entschlossen zu begegnen.
Die Ermittlungen zu den genauen Umständen der Tat dauern an.