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Überlastet und allein gelassen: Wenn Pflege zu Hause zur Kraftprobe wird

MemoryCatcher (CC0), Pixabay

Sie pflegen, trösten, helfen beim Aufstehen, beim Essen, beim Waschen – Tag für Tag, Nacht für Nacht. Hunderttausende Menschen in Deutschland opfern ihre eigene Kraft, ihre Freizeit, oft sogar ihre Gesundheit, um Angehörige zu Hause zu pflegen. Doch wer kümmert sich eigentlich um sie?

Patientenschützer schlagen jetzt Alarm: Die Entlastungsangebote für pflegende Angehörige seien bundesweit völlig unzureichend, kritisiert Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Von den rund 16.000 Pflegeheimen in Deutschland bieten gerade einmal gut 1.000 Heime überhaupt Plätze für die dringend benötigte Kurzzeitpflege an – ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Kaum besser sieht es bei der sogenannten Verhinderungspflege aus: Fällt die Hauptpflegeperson wegen Krankheit, Erschöpfung oder eines wohlverdienten Urlaubs aus, müsste eigentlich Ersatz einspringen können. Doch in der Realität fehlt es dafür an Angeboten – und oft auch an klaren Ansprüchen.

Selbst die geplante Vereinfachung ab Juli, die es Angehörigen ermöglichen soll, Unterstützungsleistungen leichter zu beantragen, wird das Grundproblem nicht lösen, warnt Brysch. Zu viele Betroffene wüssten gar nicht, an wen sie sich wenden sollen – oder scheitern an überlasteten Einrichtungen.

Die Forderung des Patientenschützers ist deshalb klar: „Es braucht endlich einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege, den die Pflegekassen garantieren müssen. Nur so können wir die Menschen entlasten, die tagtäglich das leisten, was unser Pflegesystem alleine längst nicht mehr schafft.“

So lange dieser Anspruch fehlt, bleibt vielen pflegenden Angehörigen nur eines: Durchhalten. Für ihre Lieben. Für ein System, das ohne sie längst zusammenbrechen würde.

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