Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2025 deutlich angestiegen und hat damit den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Das geht aus aktuellen Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Demnach mussten von Januar bis Juni insgesamt rund 11.900 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Zuwachs von 9,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Creditreform spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. Besonders betroffen seien kleine und mittlere Unternehmen, die nach wie vor unter den Nachwirkungen der Energiekrise, gestiegenen Zinsen sowie der anhaltend schwachen Binnenkonjunktur leiden. Auch die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Personal und Finanzierung belasteten die Betriebe zunehmend.
Aber nicht nur Unternehmen geraten vermehrt in finanzielle Schieflage – auch die private Überschuldung nimmt weiter zu. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im ersten Halbjahr 2025 ebenfalls gestiegen. Rund 37.700 Privatpersonen meldeten Insolvenz an, was einem Anstieg von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Creditreform sieht in der aktuellen Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verbessern, sei im weiteren Jahresverlauf mit einem anhaltenden Anstieg der Insolvenzen zu rechnen – sowohl im Unternehmens- als auch im Privatbereich.