Ein hitziges Interview zwischen dem konservativen Moderator Tucker Carlson und dem republikanischen Senator Ted Cruz bringt eine wachsende Spaltung innerhalb der republikanischen Partei ans Licht: Soll die USA aktiv in den Iran-Konflikt eingreifen – oder sich zurückhalten?
In dem am 17. Juni veröffentlichten Gespräch konfrontierte Carlson den texanischen Senator scharf mit dessen Forderung nach einem Regimewechsel im Iran. „Wie viele Menschen leben eigentlich im Iran?“ fragte Carlson. Cruz wusste es nicht – Carlson lieferte die Antwort: rund 92 Millionen. Als Carlson weiter nach der ethnischen Zusammensetzung fragte, versuchte Cruz zu antworten: „Es sind Perser…“ – doch Carlson fiel ihm ins Wort: „Du weißt nichts über den Iran!“
Der Schlagabtausch wurde rasch zum Symbol für den ideologischen Riss unter Konservativen: Während Cruz und etablierte Falken militärisches Eingreifen fordern, vertreten Carlson, Steve Bannon und Marjorie Taylor Greene eine isolationistische Linie im Sinne von Trumps ursprünglichem „America First“-Kurs.
Greene, eine der lautstärksten MAGA-Stimmen, postete am 16. Juni: „Ausländische Kriege und Regimewechsel setzen Amerika an letzte Stelle, töten Unschuldige, ruinieren uns finanziell und führen letztlich zu unserem Untergang.“
Präsident Trump, der jüngst Gespräche mit Israels Premierminister Netanyahu führte und das G7-Treffen verließ, um sich im Weißen Haus auf die Krise zu konzentrieren, steht nun unter Beobachtung: Wird er in den Konflikt eingreifen – oder seiner eigenen Bewegung treu bleiben?
Der Disput zwischen Carlson und Cruz ist mehr als ein rhetorisches Duell. Er zeigt, dass die Frage nach Irans Zukunft auch zur Bewährungsprobe für Trumps Einfluss auf eine tief gespaltene konservative Bewegung wird.